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Mit großem Aufgebot evakuierte die Feuerwehr das Haus und löschte den Brand.

Mit großem Aufgebot evakuierte die Feuerwehr das Haus und löschte den Brand.

Holger Battefeld

Mit großem Aufgebot evakuierte die Feuerwehr das Haus und löschte den Brand.

Wuppertal. Die Aufregung ist Lisa auch zwölf Stunden später noch anzusehen. Zitternd steht die Hundedame vor dem Haus in der Tiergartenstraße, in dem es in der Nacht zuvor beinahe zu einer Brand-Katastrophe gekommen wäre. Durch ein Feuer im Keller zog nach Mitternacht beißender Rauch in die Wohnungen des Gebäudes. Alle sieben Bewohner hätten umkommen können - wenn Lisa nicht gewesen wäre. Weil sie Herrchen Oliver Gutzik (35) weckte, konnte die Feuerwehr die Menschen aus dem verrauchten Haus retten.

"Unser Held", sagt daher Sabine Filchner und streichelt dem zehn Jahre alten Chihuahua-Spitz-Mischling den Kopf. Herrchen Gutzik war vor dem Fernseher eingeschlafen, als Lisa gegen halb eins auf seinen Bauch sprang, an ihm kratzte und bellte. "Ich wusste überhaupt nicht, was los war", sagt der 35-Jährige. Verschlafen brauchte er einen Moment, bis er erkannte, in welcher Gefahr er und die anderen Bewohner der Nummer 245 sich befanden.

Die war in der Tat sehr groß, bestätigt Feuerwehr-Sprecher Rudolf Nippus: In einem Kellerraum des viergeschossigen Altbaus war Gerümpel in Brand geraten - warum, ist laut Polizei unklar. Weil darunter viele Gegenstände aus Kunststoff waren, war der Rauch sehr stark. Er waberte sowohl durch das Treppenhaus als durch die Lichtschächte am Haus entlang nach oben. Nippus: "Die Leute waren praktisch im Rauch eingeschlossen."

Man konnte nichts mehr sehen, nicht mal das Blaulicht."

Michael Filchner, Anwohner.

"Als ich die Wohnungstür öffnete, kam mir schon der Qualm entgegen", erzählt Oliver Gutzik. Dann, so sagt er, ging alles ganz schnell. Er lief aus seiner Wohnung im zweiten Stock zu den Nachbarn, alarmierte sie und flüchtete mit ihnen auf einen Balkon. Von dort rettete die Feuerwehr die Bewohner später - alle, bis auf eine bettlägerige Frau. Sie musste aus der Erdgeschoss-Wohnung geholt werden. "Man konnte nichts mehr sehen, nicht mal das Blaulicht", sagt Anwohner Michael Filchner. Auch das Hinterhaus, die Nummer 245a, evakuierten die Feuerwehrleute vorsichtshalber.

Den Brand selbst brachte die Feuerwehr rasch unter Kontrolle. Das Haus wurde mit Lüftern entraucht. Drei der Hausbewohner, darunter Gutzik, mussten vorübergehend mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Das Haus war bis zum Nachmittag nicht bewohnbar, weil Strom- und Wasserleitungen durch den Brand beschädigt worden waren. Die Hausverwaltung kündigte schnelle Abhilfe an. Der Sachschaden durch das Feuer liegt nach ersten Erkenntnissen bei 40.000 Euro.

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