Eine interaktive Ausstellung klärt über das lang verschwundene Wildtier auf.

Eine interaktive Ausstellung klärt über das lang verschwundene Wildtier auf.
Lilou (4) macht Wolfsspuren in den Sand.

Lilou (4) macht Wolfsspuren in den Sand.

Lilou (4) macht Wolfsspuren in den Sand.

Anna Schwartz, Bild 1 von 2

Lilou (4) macht Wolfsspuren in den Sand.

Wuppertal. Sie heulten kräftig wie die Wölfe, die Kinder der Kita Stoppelhopser, bevor sie mit Musiker Ecki Pieper den „Wolfsong“ sangen. „Seid willkommen!“ heißt es darin. Und das funktionierte: Aus dem Wolfsgehege hinter ihnen kam einer der zwei Bewohner neugierig näher. Damit war der Auftakt zu einer neuen Ausstellung im Zoo perfekt: Ab heute erfahren Besucher im Menschenaffenhaus alles über die Wölfe.

„Die Rückkehr des Wolfes nach NRW“ heißt die Schau, die der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gemeinsam mit zwölf Zoos in NRW erstellt hat, gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. Sie will Besucher über das Wildtier aufklären und ihnen die Angst vor einem Vierbeiner nehmen, der in vielen Märchen der Bösewicht ist. „Rotkäppchen lügt“ ist eins der Schlagworte, die klarmachen sollen, dass wir ein falsches Wolfsbild haben.

Der letzte Wolf in Deutschland wurde vor 180 Jahren getötet, seither gab hier es keine Wölfe mehr. Aber seit 1995 wandern sie langsam wieder ein. „Das ist ein Erfolg, aber auch eine Herausforderung“, sagte Josef Tumbrinck, Landesvorsitzer des Nabu, zur Eröffnung.

Zoodirektor Arne Lawrenz betonte, dass Artenschutz eine wichtige Aufgabe des Zoos sei. Und erklärte, wenn wir von Menschen in Afrika verlangten, mit Löwen zu leben, müssten auch wir bereit sein, mit Wildtieren zu leben.

Heute gibt es 35 Rudel in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen. In NRW leben bisher noch keine Rudel, aber es werden immer wieder einzelne Tiere gesichtet - 2017 bisher sieben.

Dass Wolfsrudel aus einem Elternpaar und den zugehörigen Jungen bestehen, dass Hütehunde Wölfe von Schafherden verjagen können, dass Wolfsspuren Hundespuren sehr ähnlich sind – dies und mehr erfahren Besucher. Kinder können vieles ausprobieren– zum Beispiel mit einem Holzstempel Pfotenabdrücke in den Sand drücken.

Die Ausstellung ist bis 29. Juni im Menschaffenhaus zu sehen – gleich neben dem Wolfsgehege, in dem seit März zwei junge Wölfe leben. Dort haben sie viel Auslauf und die Möglichkeit, sich zu verstecken, denn Wölfe sind sehr scheu. Aber wenn man Glück hat, kommen sie bis zum Zaun. Manchmal hilft Heulen...

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