Die Stadt hat seit 2005 die Zahl der Blumen auf öffentlichen Grünflächen drastisch reduziert – aus Geldmangel.

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Stiefmütterchen und Co. dürfen in Wuppertal nur noch an exponierten Plätzen um die Wette blühen.

Stiefmütterchen und Co. dürfen in Wuppertal nur noch an exponierten Plätzen um die Wette blühen.

Stiefmütterchen und Co. dürfen in Wuppertal nur noch an exponierten Plätzen um die Wette blühen.

Wuppertal. Ganz Deutschland bereitet sich auf den Frühling vor. In Parkanlagen, Balkonen, Fenstersimsen und Vorgärten wird um die Wette gepflanzt. Wer keinen Garten hat, schmückt den Wohnzimmertisch mit einem bunten Strauß, um das Grau des Winters zu verabschieden. Ganz Deutschland pflanzt? - Nicht ganz. Die Wuppertaler müssen künftig ein weniger farbenfrohes Stadtbild in Kauf nehmen. Denn die Stadt spart am Frühling.

62.500 Blumen für das Stadtgebiet

Die Zahlen machen das deutlich: Für den diesjährigen Frühling hat die Stadt 62.500 Pflanzen in die Erde gebracht. Eine Zahl, die angesichts Wuppertals großer Grünflächen gering ist. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet rund 432 Hektar Grünfläche, die bepflanzt werden - also eine Fläche in der Größe von 432 Fußballfeldern. Und die 62.500 Pflanzen auf dieser Fläche - "das sind zwei Drittel weniger als noch im Jahr 2005", so Annette Berendes, Abteilungsleiterin Grün- und Freianlagen der Stadt.

Vor allem in den Außenbereichen wird weniger gepflanzt

Reduziert hat die Stadt vor allem die Bepflanzung der Außenbereiche. Im Zuge der Einsparungen wird nur noch an exponierten Plätzen wie im Botanischen Garten, im Engelsgarten, im Deweerth’schen Garten sowie auf der Hardt großflächig bepflanzt. Dort können die Spaziergänger das Krokus-Meer auf den Hängen bestaunen. Blütenschmuck gibt es eben vor allem für repräsentative Stellen, wo viele Menschen unterwegs sind.

"Sehr positive Resonanz aus der Bevölkerung erhalten wir zur Gestaltung des Nützenbergs", sagt Berendes. Dort blühen gerade die im vergangenen Herbst gesetzten Zwiebelblumen. Der Blumenplan wird jedes Jahr neu konzipiert und über eine Ausschreibung an eine externe Gärtner-Firma mit dem besten Angebot vergeben. 2004 war dafür noch die Stadtgärtnerei zuständig, die sich im Botanischen Garten befand und im Rahmen seiner Umgestaltung geschlossen wurde.

"Mit unseren Mitteln sind wir an der Kapazitätsgrenze", sagt Berendes. Die städtischen Mitarbeiter kümmern sich nicht nur um die Neupflanzung der Blumen sowie ihre Pflege, sondern auch um die Bäume in der Stadt: "2008 hat unsere Abteilung insgesamt etwa 200 neue Bäume gepflanzt." Was den Blütenschmuck angeht, müssen sich die Wuppertaler also in vielen Bereichen der Stadt auf den eigenen grünen Daumen verlassen. Ansonsten gilt die alte Wuppertaler Volksweisheit: Im Tal wird es Frühling, wenn der Regen warm wird.

Bei den Grünflächen liegt Wuppertal im interkommunalen Vergleich bei den Grünflächen pro Einwohner gut im Schnitt: Jedem Wuppertaler sind elf Quadratmeter Grünfläche zuzuordnen. Zum Vergleich: Stuttgart (ebenfalls Kessellage) kann nur sieben Quadratmeter je Einwohner ausweisen, Düsseldorf 11,5 Quadratmeter. "Das hat mich überrascht, dass Wuppertal soweit vorne liegt", sagt Annette Berendes.

Insgesamt lässt die Stadt 62 500 Pflanzen in die Erde bringen - das sind 50 000 Stiefmütterchen und Hornveilchen sowie 12 500 Primeln und Bellis.

Es gibt 19 000 Straßenbäume im Tal. Neben Sträuchern kommen noch 60 Straßenbäume hinzu. Im Mai wird die Sommerflor gepflanzt.

Bis 2004 gab es eine Stadtgärtnerei. Die Mitarbeiter, die nach der Schließung in anderen Gärtnereien unterkamen, sorgten für den Pflanzennachwuchs und setzten an der B7 und auf der Hardt Zwiebelblumen aus, die jedes Jahr wiederkommen.

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