Wie passt das zusammen: Schuldezernent Matthias Nocke will Leseförderung vorantreiben und muss acht Schulbibliotheken die Unterstützung versagen? Die Antwort ist einfach: Leseförderung wird es in Wuppertal jederzeit geben, sie darf aber nichts kosten. Dass in Wuppertal über einen 80.000-Euro-Zuschuss überhaupt diskutiert werden muss, zeigt, dass sich die Stadt trotz aller Lippenbekenntnisse Bildung als öffentliche Aufgabe über das geforderte Mindestmaß hinaus nicht mehr leisten kann.

Wuppertal entfernt sich immer weiter vom Ziel, ein Profil als Bildungsstadt zu schärfen. Es läuft etwas nicht richtig, wenn privates Geld üppig in das unbestritten gute Projekt Junior-Uni fließt, während gleichzeitig Schulbibliotheken um ihren Fortbestand bangen. Dazu kommt: Elternengagement und -einfluss ist nicht an allen Schulen gleich. Wenn die Stadt nicht ausgleichend eingreift, darf sie auch nicht länger von gleichen Bildungschancen für alle sprechen.

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