Verwaltung schlägt Gründung einer neuen städtischen Tochter vor, um Fortbestand der Weihnachtsmärkte zu sichern.

Martin Bang soll die Markt GmbH leiten. Archiv
Martin Bang soll die Markt GmbH leiten. Archiv

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Andreas Fischer

Martin Bang soll die Markt GmbH leiten. Archiv

Wuppertal. Am 20. Februar wird der Rat der Stadt über die Gründung der „Städtischen Markt GmbH Wuppertal“ abstimmen. Eine Ratsmehrheit ist wahrscheinlich, denn es steht viel für die Stadt und die Einzelhändler auf dem Spiel. Die Markt GmbH soll schließlich den Fortbestand der Weihnachtsmärkte auf den städtischen Flächen in den Fußgängerzonen schon ab diesem Jahr sicherstellen.

Die Markt GmbH wird von der Stadt mit einem Stammkapital von 25 000 Euro ausgestattet und soll einen Umsatz von 250 000 Euro pro Jahr erwirtschaften. Gewinne sollen in die Ausstattung der Märkte investiert werden. Zum Geschäftsführer – so die Verwaltungsvorlage – wird Martin Bang, gleichzeitig Geschäftsführer von Wuppertal Marketing, bestellt. Als Chef wäre er kostengünstig sein einziger Mitarbeiter. Der Aufbau eines Mitarbeiterstamms ist im Wirtschaftsplan für die kommenden fünf Jahre nicht vorgesehen. Vorrangiges Ziel der städtischen Tochter ist die Organisation der Weihnachtsmärkte in der Elberfelder Fußgängerzone, auf dem Laurentiusplatz und auf dem Johannes-Rau-Platz in Barmen.

Oberbürgermeister Andreas Mucke stellte die Pläne als Alternative zur europaweiten Ausschreibung der Märkte vor. Dazu ist die Stadt verpflichtet, wenn sie die Organisation nicht in Eigenregie übernimmt. „Bei einer Ausschreibung gibt es viele mögliche Klagewege“, sagte Mucke. Im Falle des Elberfelder Lichtermarktes hatten zwei potenzielle Betreiber der Stadt mit Klagen gedroht, sollten sie nicht berücksichtigt werden. „Die Gründung der Markt GmbH ist der Beginn eines Prozesses“, sagte Stadtdirektor Johannes Slawig. Die Stadtspitze wünscht sich eine stärkere Beteiligung der lokalen Kunsthandwerker an den Weihnachtsmärkten. Der Beigeordnete Panagiotis Paschalis hofft auf viele Ideen zur Neugestaltung aus der Bürgerschaft.

Martin Bang war bei der Vorstellung der Pläne für die Markt GmbH im Rathaus nicht anwesend, denn zeitgleich informierte er sich auf der Fachmesse „Christmas World“ in Frankfurt über die Trends der Branche, die im Advent Milliardenumsätze erzielt. Über Mieten und eigene Verkaufsstände soll die Markt GmbH eine „schwarze Null“ erzielen und zur Attraktivität der Innenstädte beitragen. „Wie kann man den städtischen Raum inszenieren und Innenstädte attraktiver machen? Wie kann man aus Bestehendem mehr Qualität erzielen? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich nicht erst seit heute“, sagt Martin Bang. Was sich bis zur Adventszeit 2017 schon bewegen lasse, könne zu diesem Zeitpunkt aber niemand mit Gewissheit sagen.

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