2. Chorkonzert in der Stadthalle: Nicht jedes Stück hatte etwas mit dem Christfest zu tun.

2. Chorkonzert in der Stadthalle: Nicht jedes Stück hatte etwas mit dem Christfest zu tun.
Das Chorkonzert in der Stadthalle überzeugte am ersten Weihnachtsfeiertag.

Das Chorkonzert in der Stadthalle überzeugte am ersten Weihnachtsfeiertag.

Stefan Fries

Das Chorkonzert in der Stadthalle überzeugte am ersten Weihnachtsfeiertag.

Das zweite städtische Chorkonzert am ersten Weihnachtsfeiertag fiel ein wenig aus dem üblichen Rahmen. Denn nicht jedes Stück des Programms hatte etwas mit dem Christfest zu tun.

Dessen ungeachtet war die Stimmung im sehr gut besuchten Großen Saal der Stadthalle feierlich. Dafür sorgten das Sinfonieorchester Wuppertal, Konzertchor der Volksbühne Wuppertal (Einstudierung: Thorsten Pech) und drei Gesangssolisten dank einer gehaltvollen Vorstellung.

Ob Arcangelo Corellis achtes Concerto grosso in g-Moll aus seinem Opus 6 explizit für Weihnachten komponiert wurde, steht in den Sternen. Denn der Untertitel „Fatto per la notte di Natale“ (gemacht für die Weihnachtsnacht) wurde nur deswegen nachträglich hinzugefügt, weil das Werk nach-weislich einmal an Weihnachten aufgeführt wurde.

Klar Verständlichkeit und große Intonationsgenauigkeit

Das Gloria in D-Dur für zwei Soprane, Chor und Orchester schrieb Antonio Vivaldi für ein Waisenhaus in Venedig. Es ist eine Art konzertante Messe und nicht für einen bestimmten Sonntag oder kirchlichen Feiertag verfasst.

Felix Mendelssohn Bartholdy schrieb in London seine „6 Klavierstücke für das Pianoforte“ für die Kinder der Familie Benecke, bei der er dort wohnte. In England sind sie zwar als Weihnachtsstücke bekannt. Doch komponierte er sie ohne Bezug dazu im Sommer 1842. Vier von ihnen wurden in einer Orchesterfassung von Howard Arman, Gastdirigent dieses Chorkonzerts, gespielt. Richtig weihnachtlich ging es aber doch zu. Mendelssohns Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“ für Sopran, Bariton, Chor und Orchester wurde präsentiert. Und zu guter Letzt konnte man sich ein Bild davon machen, welche Lieder zum Fest der Geburt Christi in anderen Ländern gesungen werden: Polen, Frankreich, Südamerika, Griechenland und Schweden.

Darunter war auch der auch in Deutschland populäre Song „Hark! the herald angels sing“ aus Großbritannien.

Mit dabei war „O Tannenbaum“. Ebenfalls fehlte das schnulzige Kalenderlied - „Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn“ - ganz zum Schluss nicht. Hier durften die Zuhörer mitsingen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Unter der präzisen Leitung des Briten Howard Arman, künstlerischer Leiter des Chors des Bayerischen Rundfunks, spielte das städtische Orchester munter und nuanciert auf.

Eine elegante Concertino-Gruppe bei Corelli überzeugte genauso wie das hochmusikalische Continuo-Spiel bei Vivaldi, insbesondere das „Domine Deus“.

Mendelssohns Kinderstücke und Weihnachtskantate kamen mit festem Zugriff von der Bühne. Und die internationalen Weihnachtsieder sprühten vor kultivierter Ausgelassenheit. Der Volksbühnenchor - gegen Ende mit Weihnachtsmützen ausstaffiert - sang seine Partien hoch motiviert und fein abgestuft.

Klare Verständlichkeit der Texte und eine große Intonati-onsgenauigkeit waren wesentliche Merkmale seiner einneh-menden Vorträge.

Vorzüglich integrierten sich die Gesangssolisten. Sopranistin Taryn Knerr und Judith Braun (Mezzosopran) überzeugten mit gehaltvollen, wandlungsfähigen Stimmen. Sie konnten sich aber dynamisch nicht immer gegenüber Chor und Orchester durchsetzen.

Über eine große Baritonstimme verfügte Stefan Zenkl. Ausgewogen in allen Registern war sie selbst bei leisen Stellen außerordentlich tragfähig. Lang anhaltend war der Schlussapplaus als Dank für ein Weihnachtskonzert der besonderen Art.

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