Einmal mehr muss an dem 40-Millionen-Bau nachgebessert werden.

wza_1500x998_526338.jpeg
Undicht: Derzeit wird wieder am Justizzentrum auf dem Eiland repariert. Diese Bodenplatten, bestehend aus Glasbausteinen, waren undicht. Das führte zu sicherheitsgefährdenden Wasserpfützen in der Haftabteilung.

Undicht: Derzeit wird wieder am Justizzentrum auf dem Eiland repariert. Diese Bodenplatten, bestehend aus Glasbausteinen, waren undicht. Das führte zu sicherheitsgefährdenden Wasserpfützen in der Haftabteilung.

Uwe Schinkel

Undicht: Derzeit wird wieder am Justizzentrum auf dem Eiland repariert. Diese Bodenplatten, bestehend aus Glasbausteinen, waren undicht. Das führte zu sicherheitsgefährdenden Wasserpfützen in der Haftabteilung.

Wuppertal. 40 Millionen Euro steckte das Land Nordrhein-Westfalen vor drei Jahren in das Justizzentrum am Eiland. Die eigentlichen Bauarbeiten sind längst abgeschlossen. Doch immer wieder wird am 40-Millionen-Bau gewerkelt. Dieser Tage an der Fassade im Südwesten. Wie berichtet, hatten die Verantwortlichen schon vor geraumer Zeit festgestellt, dass besagte Seite nicht ganz dicht ist. Nach Starkregenereignissen suchte sich das Wasser durch undichte Fugen und ungewolltes Gefälle seinen Weg ins Gericht. Genauer gesagt in den Keller, wo sich der hochsensible Hafttrakt befindet.

Pfützen im Hafttrakt soll es demnächst nicht mehr geben

Der Effekt: Zum Teil müssen die Justizangestellten, wenn sie Häftlinge zu Prozessen führen, Pfützen auf ihrem Weg ausweichen. "Das gefährdet die Sicherheit", stellte "Hausherr" und Mieter Peter Benesch, Direktor des Wuppertaler Amtsgerichts, schon Anfang 2008 fest. Die Konsequenz: Der Mieter - das Oberlandesgericht Düsseldorf - zahlt seither dem Vermieter - dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW seit Anfang des vergangenen Jahres weniger Miete.

Über die Monate hat das OLG so 300.000 Euro gespart. Wie die Landesregierung das letztlich verrechnet, ist offen. Bekanntlich ist der BLB die ausgegliederte Immobilienverwaltung des Landes. Dem Vernehmen nach, sind in erster Linie diverse Baufirmen wegen der Mängel in Regress genommen worden.

Und: Ein Ende der Nachbesserungsarbeiten scheint mittlerweile in Sicht zu sein. Laut BLB ist auch die mehrstöckige gläserne Eingangshalle repariert. Wenn dort der Regen im wahrsten Sinne des Wortes quer kam, drang Wasser in den Neubau ein.

Und so steht in Kürze eine Reduzierung der Mietminderung auf Null an. Der Grund: Die Mängel im Bereich der Sicherheitsschleuse - dort gehen täglich etwa 1500 Besucher ein und aus - sind laut Hausherr Benesch ebenfalls behoben. Die Bauarbeiten an der Fassade dauern an.

Während der Bauarbeiten an der Südfassade - dort werden Glasbausteine ersetzt - muss der Hafttrakt teilweise aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Außerdem werden Gerichtstermine so gelegt, dass die Prozessführung durch Baulärm nicht beeinträchtigt wird. Laut BLB handelt es sich um reine Mängelbeseitigung, die über Regress abgewickelt werden.

Offiziell heißt es, Baumängel und der Regen seien schuld am Wasser im Hafttrakt. Hinter vorgehaltener Hand wird allerdings die bange Frage gestellt, ob der Wassereinbruch vielleicht doch mit der Insellage des Justizzentrums zusammenhängt. Altgediente Insider erinnern sich, dass im alten Justizhochhaus regelmäßig Wupperwasser im Keller stand, das per einbauter Pumpe entfernt werden musste. Im neugebauten Justizzentrum wurde aber gerade auf die Abschottung zur Wupper größten Wert gelegt. Eine BLB-Sprecherin zur WZ: "Dass da Wupperwasser eindringt, ist völlig abwegig."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer