Passend zur Serie „Wuppertal 2020“ gaben mehr als 500 Wuppertaler ihre Einschätzung zur Zukunft der Stadt ab.

Wuppertal. Fünf Fragen, zwölf Antworten zur Zukunft Wuppertals. 556 Wuppertaler machten mit und schickten in den vergangenen Wochen den Fragebogen zur WZ-Serie "Wuppertal 2020" mit ihren Einschätzungen und Prognosen zu den Themen Finanzen, Bildung, Döppersberg und Städtedreieck an die Redaktion, 335 von ihnen antworteten online.

Verkehrsgünstige Lage, aber ohne Dauerbaustellen

Eine der zentralen Fragen lautete: Was ist für Sie das größte Kapital, mit dem die Stadt punkten kann? Klarer Favorit bei den Wuppertalern ist die verkehrsgünstige Lage. Sie wird von vielen WZ-Lesern als Chance für die Stadt gesehen, sich im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zu bewähren. Das setzt voraus, dass die Stadt auch bequem und schnell erreichbar ist. Dauerstaus und Dauerbaustellen sind da eher ein Hindernis.

Auch bei der Bahnanbindung sehen viele Befragte noch Nachholbedarf. Nicht wenige treibt die Frage um, von der Bahn irgendwann einmal abgehängt zu werden. Dagegen spricht der angelaufene Aus- und Umbau des Döppersbergs. Bekanntlich teilt sich die Stadt bei diesem Thema in zwei Lager - jene, die das Stadtentwicklungs-Projekt kategorisch ablehnen und jene, die es bedingungslos befürworten.

Lage und Verkehrsanbindung bewerten die meisten Befragten zudem vor allem als Vorteil für die Wirtschaft. Dass auf den alten und neuen Wegen auch irgendwann einmal mehr Touristen ins Bergische Land gelockt werden könnten, glaubt offenbar nur ein verschwindend geringer Teil.

Trotz Nordbahntrasse und einem Trend zur Naherholung schneidet der Tourismus als Zukunfts-Plus eher schlecht ab. Und das, obwohl die Zahl der Gästebetten und Übernachtungen in Wuppertal in den zurückliegenden Jahren insgesamt leicht gestiegen ist.

Unerschütterlich ist hingegen das Vertrauen und der Glaube an die Wuppertaler Kulturlandschaft. Theater, Tanz, Musik und Kunst galten bereits bei einer vergleichbaren Umfrage vor fünf Jahren als bedeutende Zukunftsträger für die Stadt. Trotz leerer öffentlicher Kassen wollen die Wuppertaler also auf kulturelle Vielfalt nicht verzichten und schreiben dies den politisch Verantwortlichen auch klar ins Stammbuch.

Kürzungen bei der Kultur kommen in Wuppertal nicht gut an, auch bei den Befragten nicht, die eher selten ins Theater oder in die Oper gehen. Allgemein wird Kultur als unverzichtbarer Teil der Lebensqualität betrachtet. Experten sprechen auch von weichen Standortfaktoren, der Erkenntnis entsprechend: Fachkräfte zieht es nur dann in eine Stadt, wenn das Freizeit- und Unterhaltungsangebot stimmt.

Viele Teilnehmer verbinden mit Kultur aber auch die Bildung. Das heißt: Schulen, Universität, ebenso die Junior-Uni gelten als mindestens ebenso entscheidend für die Zukunftsausrichtung der Stadt.

Eines vermissen einige Teilnehmer allerdings auch bei den Antworten: die Wuppertaler selbst, die Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten, oder wie es in einem Online-Kommentar heißt: "Zu Wuppertals Kapital gehören alle vier Punkte und noch viel mehr. Wuppertal sollte an seinem Selbstbewusstsein arbeiten und sich nicht weiterhin verstecken."

 

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