Bei einer Führung durch den Zoo erfuhren die Besucher, wie sich Wildtiere zum Schutz und auch zur Jagd an ihre Umgebung anpassen.

Auge in Auge: Bei der Führung durch den Zoo zeigten sich die Eisbären standesgemäß winterlich – ebenso wie ihre Besucher.
Auge in Auge: Bei der Führung durch den Zoo zeigten sich die Eisbären standesgemäß winterlich – ebenso wie ihre Besucher.

Auge in Auge: Bei der Führung durch den Zoo zeigten sich die Eisbären standesgemäß winterlich – ebenso wie ihre Besucher.

Andreas Fischer

Auge in Auge: Bei der Führung durch den Zoo zeigten sich die Eisbären standesgemäß winterlich – ebenso wie ihre Besucher.

Wuppertal. Kinder lieben nicht nur die Verkleidung, sondern offensichtlich auch die theoretische Beschäftigung damit. Jedenfalls sind die beiden Führungen "Karneval der Tiere - tarnen und warnen im Tierreich" im Wuppertaler Zoo dieses Jahr mit über 100 Menschen - zumeist Familien - mehr als gut besucht.

"Das ist eine schöne Alternative zum Karnevalsumzug", sagt Helga Edel, die mit ihrer Enkelin extra aus Radevormwald angereist ist. Warum Lars weiß ist, wird bei diesem Wetter schnell deutlich. "Eisbär im Schnee - das hab ich noch nie gesehen", entfährt es Dirk Baumeister begeistert angesichts des Tieres, das schnüffelnd das Gesicht in die Luft hebt. Doch was macht der Bär mit seiner schwarzen Schnauze, wenn er Robben fangen will? "Er tut Schnee drauf", schlägt Paula (8) vor.

Ein Versuch an der eigenen Nase macht jedoch schnell deutlich, dass das ungemütlich wird. "Er legt einfach seine Pfote über die Nase, wenn er ins Wasserloch guckt", erklärt Markus Makiolczyk, der die Führung leitet. Dass das Fell der Eisbären im Sommer etwas grün schimmere, habe allerdings andere Gründe: "Die Haare sind hohl und dann sammelt sich manchmal Plankton aus dem Wasser darin."

"Das ist eine schöne Alternative zum Karnevalsumzug"

Helga Edel aus Radevormwald über den Karneval der Tiere

In der Freiflughalle wird es eng. Ein Vogel geht zum Angriff über, fliegt haarscharf an den Köpfen vorbei. Aus den Büschen zetert es, doch zu sehen sind nur wenige Vögel. "Rote und blaue Farben verschwinden im Grünen, weil das Komplementärfarben sind", hat Makiolczyk auch hierfür eine Erklärung. Die Eule hingegen hat ihr braunes Gefieder an die Musterung eines Baumstammes angepasst.

Besonders geschickt sind viele Reptilien getarnt. Eifrig gucken Kinder und Eltern in die Kästen, um die Tiere zu entdecken. Manche allerdings sind richtig auffallend gefärbt. "Die warnen ihre Feinde damit", weiß Paula. "Genau - das Gift von einem Pfeilgiftfrosch kann zehn Menschen töten", lobt Makiolczyk. Dass das Chamäleon seine Farbe nicht nach dem Untergrund, sondern nach der Stimmung ändert, wissen die meisten Kinder hier ebenfalls. Neu ist für viele jedoch, dass Schlangen mit den Löchern in ihrem Kopf Wärme sehen können. Wie mit einer Wärmebildkamera entdecken sie so Beutetiere.

Das Streifenmuster der Zebras ist auffällig, dient aber ihrem Schutz

Der Zoo ist im Winter von 8.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Die Tierhäuser schließen eine Viertelstunde eher. Neben Führungen meist in den Schulferien bietet der Zoo öffentliche Führungen an. Der Karneval der Tiere ist allerdings erst nächstes Jahr wieder an der Reihe. Infos gibt es im Internet.

Im Karneval fallen Zebra-Kostüme eindeutig auf. Warum das Muster in der Steppe trotzdem praktisch ist, erläutert Makiolczyk: "Die Tarnung besteht darin, dass der Löwe kein einzelnes Zebra erkennen kann." Außerdem haben offensichtlich auch die Fliegen Probleme damit, das Streifenmuster zuzuordnen. Der Leopard hingegen ist im Blätter- und Licht-Schatten-Gewirr eines Baumes kaum zu sehen. Zum Beweis hält Makiolczyk immer wieder Fotos in die Höhe. Und er räumt mit einem verbreiteten Irrtum auf: "Der schwarze Panther ist ein Leopard, der schwarz geboren wurde - so wie es auch weiße Mäuse gibt. Manchmal hat eine Mutter gefleckte und schwarze Kinder gleichzeitig."

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