Spektakulärer Arbeitskampf in der Elberfelder City.

Wuppertal. Punkt 12 Uhr: Die Rasseln scheppern, die Tröten jaulen - die Streikenden in roten Regen-Capes machen ihrem Ärger Luft. Alle Augen sind auf Egbert Fröse gerichtet. Der Deutsch- und Englisch-Lehrer an der Gesamtschule Langerfeld seilt sich vom alten Wehmeyer-Gebäude 15 Meter in die Tiefe ab. Dabei montiert er ein Plakat, auf das in Großbuchstaben dick gedruckt ist: "Gutes Geld, gute Lehrer, gute Schule - acht Prozent mehr jetzt!"

"So wie Greenpeace wollten wir mit unserer Aktion Aufmerksamkeit erregen", sagt Fröse nach dem spektakulären Abstieg. Dabei geht es ihm um den Streik der angestellten Lehrer - organisiert in der Gewerkschaft GEW - sowie der von Verdi vertretenen Angestellten der Bergischen Universität und des Finanzamtes. Die Landes-Angestellten fordern eine Gehaltserhöhung, um annähernd dasselbe zu verdienen wie ihre verbeamteten Lehrer-Kollegen: Acht Prozent mehr Lohn machen da monatlich etwa 200Euro mehr auf ihrem Konto aus.

GEW: 1000 Stunden Unterricht ausgefallen

Nicht im Klassenzimmer, sondern vor der Streik-Bühne auf dem Von-der-Heydt-Platz in Elberfeld harrten die etwa 200 Lehrer gestern aus. Dazu gesellten sich dann noch etwa 120 Angestellte der Bergischen Universität. "Wenn wir auch auf dem Berg arbeiten, sind wir nicht hinterm Berg", sagt Frank Stasny vom Uni-Personalrat.

Nach Angaben der GEW sind aufgrund des gestrigen Warnstreiks 1000 Unterrichtsstunden allein in Wuppertal ausgefallen. Sollte es kein Verhandlungsergebnis geben, soll am 10. Februar erneut gestreikt werden.

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