Sie wird in diesem Winter mindestens ebenso so häufig gestellt, wie das Wort "Chaos" als Synonym für diese Jahreszeit herhalten muss: die Schuldfrage. Wer ist schuld daran, dass Busse tagelang nicht fahren? Wer hat zu verantworten, dass der Winterdienst an seine Grenzen stößt? Petrus entzieht sich auch 2010 beharrlich jeder Diskussion - und lässt es stattdessen wochenlang schneien, wie es früher niemand als "chaotisch" bezeichnet hat.

Dennoch ist der harte Winter keine Entschuldigung für alle, die sich ihm als Dienstleister stellen müssen: Die Stadt muss sich fragen lassen, ob man beim Winterdienst alles beim Alten lassen kann - will man auch in Zukunft dafür Gebühren kassieren. Dass Städten mitten im Winter das Streusalz ausgeht, ist ein Skandal, der landesweit aufzuarbeiten ist. Die Stadt ist gut beraten, in Zukunft mehr Salz zu deponieren oder sich zuverlässigere Lieferanten zu suchen.

An den Tisch eines Winter-Gipfels - wie es ihn auch schon für die Autobahnen gegeben hat - gehören auch die WSW, die darauf angewiesen sind, dass der Winterdienst läuft, so weit es das Wetter eben zulässt. Auch muss alles dafür getan werden, dass Straßen in Zukunft nicht unnötig durch wild parkende Autos blockiert werden. Bei aller Kritik in Zeiten ohne Schwebebahn: Etliche Bus-, Müll- und Räumwagen-Fahrer leisten gerade in diesem Winter bestmögliche und gute Arbeit. Und im Ernstfall geht die Sicherheit von Passagieren immer vor.

stefan.melneczuk@westdeutsche-zeitung.de

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