25 Teilnehmer ließen sich durch Tony Craggs Skulpturenpark führen – und von der Atmosphäre dort verzaubern.

Führung
Nass und kalt – aber auch schön und atmosphärisch dicht: Eine winterliche Führung im Skulpturenpark Waldfrieden.

Nass und kalt – aber auch schön und atmosphärisch dicht: Eine winterliche Führung im Skulpturenpark Waldfrieden.

Andreas Fischer

Nass und kalt – aber auch schön und atmosphärisch dicht: Eine winterliche Führung im Skulpturenpark Waldfrieden.

Wuppertal. Leichte Dampfwölkchen bilden sich vor ihrem Gesicht, während Claudia Mann redet. Die Kapuze hat sie übergezogen, um sich vor dem leichten Nieselregen zu schützen. Auf den ersten Blick kein optimales Wetter für einen Gang durch den Park. Und doch waren am Samstagnachmittag rund 25 Besucher in Tony Craggs Skulpturenpark Waldfrieden gekommen, um sich Manns Führung anzuschließen.

Los ging die aber noch im warmen und trockenen Pavillon und mit der aktuellen Ausstellung der Arbeiten von Didier Vermeiren – einem Bildhauer, der vor allem Quaderformen in Holz und Gips interpretiert. Wieder draußen umfing die Parkbesucher dann der Geruch der fernen Kaminfeuer, der mit den kühlen Briesen über den Waldhang zog. Auch vorbei an Craggs großer Sandsteinskulptur „Dancing Column“ – einer hohen Säule, aus versetztes Scheiben aufgebaut.

Eine Skulptur wie eine menschliche Wirbelsäule

„Hier erkennt man auch Craggs Interesse an der Naturwissenschaft.“, so Mann. Denn wie das Wort Column schon andeutet, verläuft die Skulptur in einer der menschlichen Wirbelsäule nachempfundenen S-Form. Leicht nach vorne gebeugt scheint sie in ihrer vermeintlichen Flexibilität ein Fallen auszugleichen.

Während Mann über die Arbeitsweise und das Entstehen der Skulpturen spricht, trägt sie neben einer warmen Jacke auch feste Wanderschuhe – wohl wissend, dass der Rundgang auch querfeldein zu nicht mit Wegen erreichbaren Kunstwerken führt, wie dem „Trashstone 533“ des Bildhauers Wilhelm Mundt.

Durch feuchtes Laub, über Stöcke und Äste

Durch das feuchte Laub und über Stöcke und Äste im leicht rutschigen Untergrund hinweg bahnen sich Mann und ihre Zuhörer den Weg den Hang hinauf, um sich um die knallig grüne Skulptur zu versammeln. Mit seiner bauchig-kugeligen Form und den vielen abgerundeten Beulen erhält das Objekt eine ganz eigene Dynamik. „Es scheint zu wabern und man hat das Gefühl, es bewegt sich.“, erklärt auch Mann.

Die rund neunzigminütigen Führungen werden regelmäßig samstags um 15 Uhr angeboten. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
 

Leichter Nebel zieht dabei durch den Wald, nasskalt ist das Wetter und das frühe Dämmerlicht fällt durch die Bäume – erstaunlicherweise ist dies dann doch das bestmöglichste Wetter für einen atmosphärisch dichten Gang durch den Skulpturenpark, denn: „Die Objekte sehen in so einem weichen Licht am perfektesten aus“, erklärt sie ihren Zuhörern, während die Dämmerung über dem Park liegt.

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