In Langenfeld wurde an das Endphaseverbrechen erinnert, bei dem 71 Menschen umkamen.

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Zur Feier kamen Vertreter der Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid, Langenfeld und Leverkusen zusammen.

Zur Feier kamen Vertreter der Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid, Langenfeld und Leverkusen zusammen.

Christian Beier

Zur Feier kamen Vertreter der Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid, Langenfeld und Leverkusen zusammen.

Wuppertal. Auf der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Massakers an 71 Häftlingen am Wenzelnberg in Langenfeld wurde nicht nur rückblickend auf die Ereignisse am 13. April 1945 kurz vor Kriegsende eingegangen, sondern die Redner schlugen eine Brücke zu aktuellen Ereignissen von Fremdenhass und rechtsradikalen Tendenzen. Die Feier der Städte Wuppertal, Solingen, Langenfeld, Leverkusen und Remscheid wurde in diesem Jahr von Solingen gestaltet.

„Niemandem darf es gleichgültig sein, wenn die Bestrebungen der demokratischen Rechte ausgehebelt werden sollen.“

Oberbürgermeister Norbert Feith, der Solinger Jugendstadtrat und Günter Bischoff (VVN-BdA Kreisvereinigung Solingen) fanden würdevolle Anmerkungen. Der VVN ist der Zusammenschluss von Verfolgten des Naziregimes,

Die musikalischen Beiträge kamen von Mitgliedern des symphonischen Blasorchesters der Musikschule Solingen. Politiker aus den beteiligten Städten – an der Spitze Schulministerin Sylvia Löhrmann, aus Remscheid Bürgermeister Lothar Krebs und Wuppertal Bürgermeisterin Maria Schürmann – ehrten die Opfer vor den Kränzen der Städte mit einer Schweigeminute, von vielen Interessengruppen wurden weitere Blumengebinde dazugelegt.

„Wir müssen jeden Menschen als gleichwertig betrachten.“

Ayca Iper und Bera Sari Solinger Jugendstadtrat

Mit dem „Lied der Moorsoldaten“ endete die Feierstunde. „Das Lied wurde 1933 von Häftlingen des Solinger Arbeitervereins im Konzentrationslager Börgermoor im Emsland uraufgeführt“, erklärte Norbert Feith. Er begrüßte auch drei Zeitzeugen aus der Ukraine, die auf Initiative des Wuppertaler Vereins „Spurensuche“ zum Wenzelnberg gekommen waren.

Feith nannte Beispiele von 1500 Solinger Widerstandskämpfern und ging aktuell auch auf die Hakenkreuze ein, die an ein Solinger Flüchtlingsheim geschmiert wurden.

Ayca Iper und Bera Sari von der Projektgruppe des Solinger Jugendstadtrates erhielten mehrfach spontanen Beifall: „Wir müssen jeden Menschen als gleichwertig betrachten.“ VVN-Redner Günter Bischoff prangerte engagiert die Nazi-Tendenzen der Nachkriegszeit.

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