Uwe Becker blickt auf seinen Urlaub und das Wochenende zurück.

Uwe Becker, 1954 in Wuppertal geboren, ist Chefredakteur des Satiremagazins Italien und Mitarbeiter des Frankfurter Satiremagazins Titanic. Jeden Mittwoch schreibt er in der WZ über sein Wuppertal.
Uwe Becker, 1954 in Wuppertal geboren, ist Chefredakteur des Satiremagazins Italien und Mitarbeiter des Frankfurter Satiremagazins Titanic. Jeden Mittwoch schreibt er in der WZ über sein Wuppertal.

Uwe Becker, 1954 in Wuppertal geboren, ist Chefredakteur des Satiremagazins Italien und Mitarbeiter des Frankfurter Satiremagazins Titanic. Jeden Mittwoch schreibt er in der WZ über sein Wuppertal.

Joachim Schmitz

Uwe Becker, 1954 in Wuppertal geboren, ist Chefredakteur des Satiremagazins Italien und Mitarbeiter des Frankfurter Satiremagazins Titanic. Jeden Mittwoch schreibt er in der WZ über sein Wuppertal.

Wuppertal. Am vergangenen Wochenende wurde die Wiedereröffnung der B7 fröhlich und ausgelassen gefeiert. Nach meinem Kurzurlaub in den Niederlanden, der für mich sehr erholsam und erfolgreich war – ich wurde Zweiter bei den 3. Offenen Internationalen Holländischen-Minigolf-Meisterschaften im Seniorenbereich – schlenderte ich am Samstagnachmittag gemütlich über die neue, jungfräuliche Asphaltdecke am Döppersberg.

Besonders beeindruckend waren für mich die neuen, weißen Fahrbahnmarkierungen, diese Linien und richtungsweisenden Pfeile, da waren Profis am Werk, da wurde nicht gekleckert und geschlampt, alles sauber und korrekt aufgetragen. Hier und da hätte ein bisschen mehr Grün dem Gesamteindruck gut getan, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die Auto- und Motorradfahrer und so mancher Bleifuß kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Für Fußgänger und Radfahrer ist das Ganze eher ernüchternd, denn für einen Fuß- und Fahrradweg entlang der neuen Strecke – unser Tal ist einfach zu eng – fand sich leider kein Platz. Wir nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer müssen uns also, wie vorher auch, durch die Innenstadt quälen, um dort den Verlockungen der Galeria Kaufhof, 1-Euro-Läden, Imbissbuden und anderen Fachgeschäften zu erliegen.

Aber ich will nicht nur meckern, in naher Zukunft wird ja auch der Bahnhofsvorplatz am Döppersberg fertiggestellt, und der gehört dann auch ein Stück weit mir, dem überzeugten Fußgänger, dem ewigen Nahverkehrs-Junkie und Bärenticket-Anwärter der Wuppertaler Stadtwerke. Ehrlicherweise muss ich aber gestehen, dass ich davon träume, mich irgendwann einmal breitbeinig vor der Primark-Filiale in Position zu bringen, um dann wie Cristiano Ronaldo sieben lange Schritte zurück zu schreiten und mit Effet und Karacho eine zerquetschte Cola-Dose durch den Eingang zu treten. Nein, das mache ich natürlich nicht, ich bin ja eher der gewaltfreie Typ.

Freude über eine friedliche B7-Eröffnung

Im Ernst: Ich gönne den Autofahrern die frisch renovierte Rennstrecke von ganzen Herzen und wenn sich nach und nach alle an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten, können wir sogar irgendwann einmal gute Freunde werden. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg mit aufheulenden Motoren, quietschenden Reifen und einer gehörigen Portion Feinstaub in der Luft. Ich würde ja aus gesundheitlichen Gründen gerne einen schwarzen Mundschutz tragen – Weiß steht mir nicht – aber ich denke, die Polizei sieht das momentan nicht so gerne. Wo wir gerade bei Vermummung sind: Anders als der G20-Gipfel in Hamburg, der für mich persönlich unbefriedigend endete, weil unsere Bundeskanzlerin es versäumte, Herrn Erdogan in Haft zu nehmen, um ihn später gegen meinen in der Türkei inhaftierten Kollegen Deniz Yücel auszutauschen, verlief unser B7-Gipfel ruhig und gewaltfrei. Mein Dank gilt hier auch dem Autonomen Zentrum, dessen Mitglieder der Veranstaltung fernblieben. Vielleicht waren aber auch alle als Botschafter des Bergischen Landes in der Hansestadt. Auf jeden Fall blieb uns am vergangenen Wochenende, und das hat mich besonders für die Kinder sehr gefreut, der Anblick von brennenden Seifenkisten erspart.

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