Spieler der Bergischen Volleys besuchten einen Oberstufen-Sportkurs an der Pina-Bausch-Gesamtschule.

Spieler der Bergischen Volleys besuchten einen Oberstufen-Sportkurs an der Pina-Bausch-Gesamtschule.
Rutger Zoodsma (v.l.) und Marc van Werkhoven geben Leonie Röther, Phil Löhr und Nadin Taher Tipps.

Rutger Zoodsma (v.l.) und Marc van Werkhoven geben Leonie Röther, Phil Löhr und Nadin Taher Tipps.

Stefan Fries

Rutger Zoodsma (v.l.) und Marc van Werkhoven geben Leonie Röther, Phil Löhr und Nadin Taher Tipps.

Vohwinkel. Dass ein „Match-Ball“ der spielentscheidende Ball ist, dürfte auch ohne größere Englischkenntnisse verbreitet sein. Beim „Serve“ werden wahrscheinlich zumindest noch Tennisspieler auf den Aufschlag kommen. Deutlich schwieriger ist da schon die Bedeutung des „Three step spike approach“. So wird auf Englisch beim Volleyball das Anlaufen zum Angriffsschlag bezeichnet. Für die Schüler des bilingualen Oberstufen-Sportkurses der Pina-Bausch-Gesamtschule Vohwinkel ist aber auch dieser Begriff kein Problem. Seit mehreren Jahren wird hier sportliche Betätigung mit Englischunterricht verbunden.

Jetzt gab es in der Bayerhalle eine ganz besondere Sportstunde mit den Bergischen Volleys. Deren Herrenmannschaft spielt in der Bundesliga Volleyball und ist international besetzt. Kommuniziert wird ganz selbstverständlich in englischer Sprache. Das galt natürlich auch für das Treffen mit den Schülern. Die waren mächtig gespannt auf die Profis, die ihnen viele Tipps und Tricks erklärten. Beim ausgiebigen Plaudern und Fachsimpeln machte das Englischsprechen beiden Seiten sichtlich Spaß.

„Sport ist sicher ein eher exotisches Fach im Spektrum des bilingualen Unterrichts, hat für den Lernerfolg aber durchaus Vorteile“, sagt Lehrer Thomas Wegner. So müssten sich die Schüler immer wieder in Verstehens- und Sprachprozesse begeben, bei denen es sich zunächst um eher unbekannte Sachzusammenhänge handele. „Das kann ihnen auch in vielen anderen Situationen nach der Schullaufbahn passieren“, erklärt Wegner. Das Gefühl, diese zu kennen und erfolgreich bewältigt zu haben, stärke Flexibilität und Spontanität.

Schüler sind von der alternativen Unterrichtsmethode angetan

Auch bei der Sportstunde mit den Volleyballprofis konnten die Schüler nicht einfach bequem in die Muttersprache wechseln. Genau das machte aber den Reiz aus. „Das ist ein ganz anderer Unterricht als im Klassenraum“, sagt Carla Kute (19). Ihr gefällt der authentische Charakter der Aktion. Ihrem Mitschüler Phil Löhr machte das Training mit den Bergischen Volleys ebenfalls großen Spaß. „Für mich passt das super, weil ich in der elften Klasse einen Englischaustausch gemacht habe“, berichtet der 18-Jährige. Auch bei den teilweise weitgereisten Spielern der Bergischen Volleys kam der bilinguale Ansatz gut an.

„Die Schüler können so sportlich und sprachlich viel lernen.“

Johan Isacsson, Trainer der Bergischen Volleys

„Das ist doch eine tolle Art, um Sprachen zu lernen“, findet der Australier Gerard Lipscombe. Bei Verständnisproblemen ließen sich die Begriffe der Übungen zudem einfach vormachen. „Die Schüler sind sehr motiviert und voller Energie“, sagt der Niederländer Rutger Zoodsma. Auch für ihn ist es völlig normal, mit seinen Mannschaftskollegen Englisch zu sprechen. Trainer Johan Isacsson aus Schweden lobt die Aktion ebenfalls. „Die Schüler können so sportlich und sprachlich viel lernen“, sagt er. In jedem Fall hat diese Art des Sportunterrichts Seltenheitswert. „Nach meinem Wissen sind wir die einzige Schule in Wuppertal, die so etwas anbietet“, sagt Thomas Wegner.

Mehr Informationen zu den Lehrmethoden an der Pina-Bausch-Gesamtschule gibt es im Internet.

pina-bausch-gesamtschule.de

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