Die VHS holt mit ihrem neuen Angebot „Kunst aus aller Welt“ die Werke zum Betrachter.

Caroline Heinz stellt Kunst aus aller Welt vor – als virtuellen Museumsrundgang.
Caroline Heinz stellt Kunst aus aller Welt vor – als virtuellen Museumsrundgang.

Caroline Heinz stellt Kunst aus aller Welt vor – als virtuellen Museumsrundgang.

Andreas Fischer

Caroline Heinz stellt Kunst aus aller Welt vor – als virtuellen Museumsrundgang.

Kundig von Bild zu Bild geleiten lassen, ohne dafür weit reisen zu müssen: Nach diesem Motto bietet die Bergische Volkshochschule (VHS) jetzt den Kurs „Kunst in aller Welt“ an. An der Auer Schulstraße präsentiert die Kunsthistorikerin Carolin Heinz ausgewählte Ausstellungen in Bremen oder dem Frankfurter Städel in einer neuen Mischung aus live und virtuell. Das Angebot versteht sich nicht etwa als Multimedia-Show, sondern als abgewandelte Museumsführung.

Nach diesem Vorbild ist es auch entstanden: Die Referentin weiß besonders von älteren Kunstinteressierten, dass sie oft dem Weg zu weiter entfernten Museen scheuen. So angeregt, nahm sie Kontakt zu möglichen Partnern auf - und zumindest im Inland waren mehrere Kunststätten schnell offen für die Kooperation. Sie stellten Fotos aus ihren Ausstellungen zur Verfügung, und was fehlte, durfte Heinz vor Ort selbst fotografieren.

Das neue Format will freilich mehr sein als Behelf. Außer der wegfallenden Anfahrt versprechen die Vorträge die bekannten Vorzüge einer Führung und zudem manchen Pluspunkt: Praktischer als im realen Museumsraum erlaubt der virtuelle Rundgang der Führerin den Sprung per Mausklick - und damit den Vergleich zwischen Epochen:

Inhaltliche Einsichten gelingen virtuell teilweise sogar besser

Beim ersten Termin am 18. September zur Mittelalter-sammlung im Wallraf-Richartz-Museum in Köln etwa dürften solche Querverweise verschiedene Ideale der Porträtmalerei vor Augen geführt haben. Für inhaltliche Einsichten ist eine Fern-Führung für Carolin Heinz sogar zuweilen die bessere Variante: „Bei überlaufenen Ausstellungen äußern Besucher nachher oft, dass sie außer einem kurzen Blick vom Kunstwerk wenig mitgenommen haben.“

Freilich wollen die Vorträge in der Volkshochschule nicht in Konkurrenz zum Museumsbesuch treten. Das Erlebnis, einem Werk im Original zu begegnen, kann und will die Reihe nicht ersetzen, bestätigt auch Susanne Spitzl, Wuppertaler VHS-Verantwortliche für Kultur. Am allerwenigsten gilt das wohl beim Termin zur Manet-Schau im Von-der-Heydt-Museum: Dieser Vortrag am Ende der Reihe widmet sich am 16. Oktober Edouard Manets Gemälde „Frühstück im Freien“ - dieses Bild kann in der Ausstellung am Turmhof gar nicht gezeigt werden. Will sagen: Auch nach „Kunst in aller Welt“ und somit bestens eingestimmt lohnt auch der Weg ins Museum.

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