Die Bezirksvertretung will heute über einen neuen Namen für die Lettow-Vorbeck-Straße entscheiden.

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Um den Namen der Lettow-Vorbeck-Straße in Vohwinkel gab es bereits viele Diskussionen. Jetzt gehen sie in eine neue Runde – mit dem Ziel, den Namen zu ändern.

Um den Namen der Lettow-Vorbeck-Straße in Vohwinkel gab es bereits viele Diskussionen. Jetzt gehen sie in eine neue Runde – mit dem Ziel, den Namen zu ändern.

Uwe Schinkel

Um den Namen der Lettow-Vorbeck-Straße in Vohwinkel gab es bereits viele Diskussionen. Jetzt gehen sie in eine neue Runde – mit dem Ziel, den Namen zu ändern.

Wuppertal. Johanniter-Straße? Alte Friedrichstraße? Oder vielleicht Namibiastraße? Wie soll die Lettow-Vorbeck-Straße künftig heißen? Diese Frage beschäftigt die Bezirksvertretung (BV) Vohwinkel seit der umstrittenen Entscheidung zur Umbenennung im September vergangenen Jahres.

Bekannte Vohwinkeler: Optenhögel, Feuerstein, Passiepen

Heute nun soll der Tag der Entscheidung sein: Die BV will sich nach Monaten der Diskussion auf einen Namen verständigen. Wie berichtet, waren auch die Vohwinkeler aufgerufen, Beiträge zur Namensfindung einzureichen – die Beteiligung war groß: Mehr als ein Dutzend möglicher Straßennamen ist bis Mitte Februar bei der Geschäftsführung der Bezirksvertretung eingegangen.

Unter den Vorschlägen sind Namen bekannter Persönlichkeiten aus dem Stadtteil, so zum Beispiel der des Unternehmers Friedrich Feuerstein, des Aktion V-Gründers Udo Optenhögel, des Politikers Uwe Herder oder des Bezirksvorstehers Ulrich Passiepen. Doch es gibt auch Ideen, die Bezug auf die bisherige Lettow-Vorbeck-Straße und ihre Anlieger nehmen: So könnte es zum Beispiel eine Johanniter-Straße in Vohwinkel geben.

Oder die BV folgt dem Beispiel Hannovers und macht aus der Lettow-Vorbeck-Straße eine Namibia-Straße. Es wäre jedoch auch nicht auszuschließen, dass sich die BV-Mehrheit aus SPD, Grünen und der Fraktion Die Linke für den bereits im September von der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Empfängnis/ St. Ludger favorisierten Vorschlag „Edith-Stein-Straße“ entscheiden würde.

CDU und FDP waren und sind gegen die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße. Sie hatten die Entscheidung heftig kritisiert und angesichts der anhaltenden Proteste etlicher Anwohner eine Bürgerbeteiligung bei der Namensfindung gefordert.

Zur Diskussion stehen unter anderem:

Ulrich Passiepen ehemaliger Vohwinkeler Bezirksvorsteher

Edith Stein Philosophin und Nonne (1891 bis 1942), setzte sich gegen die Judenverfolgung ein, wurde 1942 in Auschwitz ermordet und 1998 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen.

Ernst Oberhoff Wuppertaler Maler und Bildhauer (1906 bis 1980), unter anderem Lehrer von Joseph Beuys, ab 1970 als Professor tätig

Udo Optenhögel Vohwinkeler Kaufmann (1928 bis 2009), Gründer der Aktion V, Werbegemeinschaft Vohwinkel, und Initiator des Trödelmarktes, bekannt auch für seine Erfolge im Segeln und als Sportpromoter

Horst Mohr Architekt

Polizist Adam im Stadtteil bekannter Ordnungshüter

Adolf Scheu Politiker (1907 bis 1978), neun Jahre für die SPD im Stadtrat, sieben im Bundestag. Er soll Johannes Rau zur Politik gebracht haben.

Johanniter Das Johanniter-Stift ist Anlieger der Straße

Uwe Herder Wuppertaler Politiker (1942 bis 1998), 14 Jahre für die SPD im Stadtrat, 18 Jahre im Landtag, unter anderem Mitverantwortlich für den Bau des Burgholztunnels

Friedrich Feuerstein Vohwinkeler Kaufmann, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts um Vohinkel verdient gemacht hat. Nach ihm war die Lettow-Vorbeck-Straße früher bereits als Alte Friedrichstraße benannt.

Otto Volkmann Gastwirt in Vohwinkel

Dickel der gebürtige Vohwinkeler Friedrich Dickel (1913 bis 1993) war von 1963 bis 1989 Innenminister der DDR.

Wie würden Sie entscheiden? Klicken Sie sich in unser Online-Forum und stimmen Sie über die Vorschläge zur Straßenbenennung ab.