Das Stadtteilbüro Ostersbaum besteht nur noch bis 2010, auch für die anderen Stadtteilprojekte ist die Zukunft nicht gesichert.

Die Bewohner des Nachbarschaftsheims. Das Stadtteilbüro Ostersbaum sitzt im Gebäude des Nachbarschaftsheims am Platz der Republik.
Die Bewohner des Nachbarschaftsheims. Das Stadtteilbüro Ostersbaum sitzt im Gebäude des Nachbarschaftsheims am Platz der Republik.

Die Bewohner des Nachbarschaftsheims. Das Stadtteilbüro Ostersbaum sitzt im Gebäude des Nachbarschaftsheims am Platz der Republik.

Uwe Schinkel

Die Bewohner des Nachbarschaftsheims. Das Stadtteilbüro Ostersbaum sitzt im Gebäude des Nachbarschaftsheims am Platz der Republik.

Wuppertal. Trotz der Kompromisslösung der Bezirksregierung, ist die Zukunft der Wuppertaler Stadtteilprojekte langfristig nicht gesichert. Wie die WZ berichtete fand am vergangenen Dienstag ein Krisengipfel in Düsseldorf statt, um die künftige Finanzierung der Stadtteilprojekte zu klären.

Hintergrund: Regierungspräsident Jürgen Büssow, Bezirksregierung NRW, hatte der Stadt Wuppertal aufgrund der Nothaushaltssituation verboten, Eigenanteile für soziale Stadtentwicklungsprojekte zu geben. Es handelt sich um rund zwei Millionen Euro, die das Land nicht zahlt, weil die Stadt den Eigenanteil von 200.000 Euro nicht aufbringen darf. Die Quartierprojekte müssen nun den Anteil, den vorher die Stadt dazugegeben hat, selbst aufbringen. Nur so kann das Hof- und Fassadenprogramm fortgeführt werden.

Gesichert ist Ostersbaum, über andere Projekte wird verhandelt

Die Finanzierung des Stadtteilbüros Ostersbaum ist nach Mitteilung der Stadt zumindest bis Ende 2010 sichergestellt. Die anderen Projekte stünden noch auf der Kippe, bestätigte Presseamtssprecherin Ulrike Schmidt-Kessler auf Nachfrage der WZ. Zur Finanzierung dieser Projekte fänden aber noch Gespräche statt. So sind "auch Projekte in der Elberfelder Nordstadt von der Bezirksregierung noch nicht bewilligt", erklärt Sozialdezernent Stefan Kühn.

"Ich gebe zu, uns geht es nicht schlecht damit, weil wir bereits Spender gefunden haben, die diesen Eigenanteil aufbringen", sagt Gertrud Heinrichs, Geschäftsführerin vom Stadtteilbüro Ostersbaum. Der Lions-Club hätte seine Unterstützung schon zugesagt. Abgesichert würden allerdings nur die aktuellen Projekte, die ja Ende 2010 auslaufen. "Für die Zwischennutzungsagentur sowie viele Mitmachprojekte vom Programm Stadtumbau-West gibt es noch keine Lösung", erklärt Heinrichs. Zur Finanzierung bis 2010 habe das Stadtteilbüro aber noch keine offizielle Mitteilung. "Die Stadt muss entlastet werden und Bauförderung bekommen", sagt Heinrichs. Sie habe den Eindruck, dass "die Schuld und auch die Aufgabe, eine nachhaltige Lösung zu finden, zwischen Stadt und Land hin und her geschoben werden."

In den Sternen steht die Zukunft vom anderen Stadtteilbüro Oberbarmen/Wichlinghausen, das ursprünglich im Juli diesen Jahres seine Türen öffnen wollte. Das Innenministerium hat beim jüngsten Krisengespräch zu den Stadtteilprojekten vorgeschlagen, dass Büro Ostersbaum aus Geldern des Konjunkturpaketes II zu finanzieren. "Soweit ich informiert bin, sieht aber dieses Konjunkturpaket eine sogenannte ,Investition in Steine’ statt konsumptiven Maßnahmen vor. Ich sehe noch nicht, dass die Streichung des Stadtteilbüros aufgehoben wird", sagt Martin Hamburger, Direktor der Diakonie Wuppertal, der die Zusammenarbeit der Stadtteilprojekte untereinander koordinieren sollte.

Die Projekte des Stadtteilbüros Ostersbaum laufen nach zehn Jahren Ende 2010 aus. Das Stadtteilbüro Oberbarmen sollte zum 1. Juli 2009 eröffnet werden, ist aber nun gestrichen. Die vier Quartiere des Programms Stadtumbau West sind Arrenberg, die Elberfelder Nordstadt, Unterbarmen und Oberbarmen/Wichlinghausen-Süd. Die Stadtteile Ostersbaum und Wichlinghausen nehmen am Förderungsprogramm Soziale Stadt NRW teil.

"Wir sind dankbar für das überparteiliche Engagement der Verantwortlichen in Wuppertal. Ich sehe noch Hoffnung, so wie die Verantwortlichen in Wuppertal sich ins Zeug legen", sagt Hamburger, der sich über den Erfolg von Ostersbaum freut. Trotzdem wurden dem Stadtteilbüro Oberbarmen Steine in den Weg gelegt, bevor die Arbeit richtig losgehen konnte.

Viele Wuppertaler drücken am 17. März bei einer Demonstration in Düsseldorf ihren Protest aus.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer