Radler kritisieren die umständliche Wegeführung über die Aue und wünschen sich mehr Infrastruktur für Radfahrer.

Radler kritisieren die umständliche Wegeführung über die Aue und wünschen sich mehr Infrastruktur für Radfahrer.
Eine gemeinsame Fahrrad- und Busspur über die gesamte B7 – da gibt es Skepsis. Aber die Busspur auf der B7 im Bereich der Aue für Radler zu öffnen – das können sich viele vorstellen. Screenshot/Grafik: IG Fahrradstadt Wuppertal

Eine gemeinsame Fahrrad- und Busspur über die gesamte B7 – da gibt es Skepsis. Aber die Busspur auf der B7 im Bereich der Aue für Radler zu öffnen – das können sich viele vorstellen. Screenshot/Grafik: IG Fahrradstadt Wuppertal

„Ein Luxuskonzept“ wird das geplante Radhaus am WZ-Mobil genannt. Animation: Gebäudemanagement Wuppertal

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Eine gemeinsame Fahrrad- und Busspur über die gesamte B7 – da gibt es Skepsis. Aber die Busspur auf der B7 im Bereich der Aue für Radler zu öffnen – das können sich viele vorstellen. Screenshot/Grafik: IG Fahrradstadt Wuppertal

Wuppertal. Mehr Platz für Radler auf der B7 – das könnte eine sogenannte Umweltspur schaffen, die Busse, Taxen und Radfahrer nutzen dürfen. Aber das würde eine Autospur kosten. Und auch die Stadtwerke (WSW) stehen einer Kombination von Bus- und Radspur skeptisch gegenüber. Sie fürchten, dass die Radler die Busse aufhalten werden.

Diese Bedenken haben sie auch für den B7-Abschnitt von der Kasinostraße zum Robert-Daum-Platz. Dort existiert eine Busspur – die Autospuren blieben erhalten. Ein Bürgerantrag hatte die Freigabe der Busspur an dieser Stelle für Radfahrer gefordert. Weil aber die WSW dagegen sind, sprach sich auch die Politik dagegen aus. Radfahrer sollen weiter über die Straße Aue fahren. Beim WZ-Mobil an der Aue wünschten sich viele bessere Fahrmöglichkeiten für Radler.

„In der Aue haben wir eine sehr unübersichtliche Verkehrssituation“, beklagt Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt. Radler müssten an jeder Kreuzung anhalten. Sowohl der Weg auf die Aue als auch von der Aue zum Robert-Daum-Platz sei ungünstig. Die IG Fahrradstadt tritt deshalb für eine Umweltspur ein: „Das wäre ein schnelle und einfach Lösung, um eine gute Radinfrastruktur zu schaffen“, erklärt Christoph Grothe.

Dem Argument, Radler hielten die Busse auf, hält er entgegen, dass es noch nicht so viele Radler in Wuppertal gibt, zudem Busse wegen der Stopps an Haltestellen ohnehin nicht so schnell fahren könnten. Auf dem geraden, leicht abschüssigen Stück seien die Radfahrer auch zügig unterwegs. Er kann sich aber auch andere Lösungen vorstellen: „Wenn es auf der Aue eine durchgängige Vorfahrt gäbe, dann sähe es schon anders aus.“

Ihm stimmt Frank ter Veld, Mitglied der Grünen, zu: „Was Radfahrer hier zwischen der Morianstraße und dem Robert-Daum-Platz bekommen, ist eine Rad-Irreführung. Durch die Flickschustereien auf dieser Strecke sind Unfälle ja programmiert. Das Zugeständnis der Radfahrer, sich mit den Bussen die Busspur zu teilen, ist auf diesem Abschnitt die sinnvollste Lösung.“

Bodo Dünkel hält viel von der Umweltspur: „Die Trasse ist zwar traumhaft, aber die Stadt könnte ein besseres Radfahrnetz gebrauchen. Und gerade bei den vielen jungen Menschen und Studenten sollte etwas unternommen werden. Innerstädtisch gibt es da viele Möglichkeiten. Wenn die Autofahrer eine Spur abgeben müssen, entstehen vermutlich wieder Staus.“

Die Busspur freizugeben, hält Martin Rothe ebenfalls für sinnvoll: „Gerade für junge Verkehrsteilnehmer könnte die Stadt in puncto Radfahrwege mehr unternehmen. Die Autofahrer würden sich meiner Meinung nach auch anpassen.“

Das sieht auch Anne Fitsch so: „Grundsätzlich bin ich dafür, Radwege immer und überall in der Stadt auszubauen. Es passiert schon viel, was das betrifft. Auch die Einbahnstraßenregelungen gehören dazu. Es gibt aber noch viele Möglichkeiten, etwas zu verbessern, wie zum Beispiel hier an diesem Abschnitt.“

Kirsten Haberer ist mit ihrem Lastenfahrrad zum Einkaufen unterwegs: „In der Stadt sind Fahrräder deutlich ökologischer und zeiteffizienter. Die Busspur sollte unbedingt freigegeben werden.“

Einschränkungen macht Krischan Ziem: „An dieser Stelle ist eine Umweltspur in Ordnung, aber eben keine generelle Umweltspur durchs Tal, wie von den Grünen gefordert. Eine weitere Auto-Spur für Fahrräder freizumachen, halte ich für problematisch.“

„Man sollte sich ansehen, wie es andere Städte machen“, findet Gerd Jansohn, der viel in Düsseldorf, Köln, Essen und Bochum unterwegs ist. In Köln gebe es auch Radspuren. „Wir wollen doch Leute wegbringen vom Auto.“ Man gewöhne sich als Autofahrer auch daran, dass man mit Radfahrern rechnen müsse.

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