Dank besonnener Autofahrer blieb es auf Wuppertals Straßen am Montag ruhig – nur bei einem Unfall brauchte eine Frau mit ihrem Sohn sehr viel Glück. Die Räum- und Streudienste der Stadt machten sich gegen 3.30 Uhr früh auf den Weg, um zunächst die Hauptverkehrsstraßen und Wege der Buslinien frei zu bekommen.

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In einer Garagen-Öffnung an der Deweerthstraße endete die gefährliche Rutschpartie eines Lastwagens. Der Laster hätte beinahe noch eine Frau und ihren kleinen Sohn erfasst.

In einer Garagen-Öffnung an der Deweerthstraße endete die gefährliche Rutschpartie eines Lastwagens. Der Laster hätte beinahe noch eine Frau und ihren kleinen Sohn erfasst.

Die Wuppertaler mussten viel Arbeit an der Schaufel leisten, um die Gehwege frei zu räumen.

Nur ein Verkehrsmittel tat seinen Dienst unbeeindruckt von Eis und Schnee: die Schwebebahn.

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In einer Garagen-Öffnung an der Deweerthstraße endete die gefährliche Rutschpartie eines Lastwagens. Der Laster hätte beinahe noch eine Frau und ihren kleinen Sohn erfasst.

Wuppertal. Es war am Montagfrüh um kurz nach neun Uhr, als 20 Zentimeter frischer Schnee wie Zuckerguss auf Häusern und Straßen am Ostersbaum lagen - da erlebte eine 38-jährige Wuppertalerin den Schreck ihres Lebens. Sie und ihr fünfjähriger Sohn sahen plötzlich einen Lkw auf sich zu rutschen, der auf steilen, eisig-vermatschten Deweerthstraße jeden Halt unter den Reifen verloren hatte.

Nur ein Sprung in die Garage ihres Hauses rettete die Frau und den Jungen - der Laster krachte genau in die Hauswand neben der Öffnung des Garagentores.

"Die Autofahrer haben besonnen reagiert."

Gustav Heyer, Polizeisprecher

Der Fahrer des Lastwagens wurde beim Unfall leicht verletzt; zuvor hatte er noch ein am Straßenrand geparktes Auto gerammt. Die spektakuläre Rutschpartie war der einzige gravierendere Unfall gestern früh im Stadtgebiet - ansonsten ging der massive Schneefall im Tal weitgehend glimpflich aus.

"Die Autofahrer haben besonnen reagiert", sagte Polizeisprecher Gustav Heyer unserer Redaktion. Die meisten seien mit Winterreifen unterwegs oder hätten ihre Autos gleich stehen lassen. "Es war deutlich zu merken, dass noch Ferien sind", so Heyer, "dadurch war auf den Straßen wesentlich weniger los als normal."

So kam es am Montag zwischen fünf und zehn Uhr früh lediglich zu zehn Unfällen im Stadtgebiet, bei denen es - bis auf den Fall in der Deweerthstraße - bei Blechschäden blieb. Es gab Sachschäden von mehreren tausend Euro.

Schlittschuhläufer haben in und um Wuppertal schlechte Karten, wollen sie ihrem Wintervergnügen auf Natur-Gewässern nachgehen. Auch wenn die meisten Seen von einer Eisschicht überzogen sind, ist das Betreten der Eisfläche auf allen Gewässern grundsätzlich verboten. Der Wupperverband hat die Uferzonen der Talsperren mit entsprechenden Verbotsschildern ausgestattet. Die finden sich an den kleinen, von der Stadt betreuten Teichen (wie an der Lüntenbeck oder im Mirker Hain) nicht. Aber auch für diese Flächen gilt nach Auskunft der Stadt: Betreten verboten.

Bei nahezu allen Teichen und Seen in Wuppertal handelt es sich nicht um stehende Gewässer. Deshalb besteht Lebensgefahr, wenn die Eisschicht bricht. "Aufgrund der schwankenden Wasserstände entstehen Hohlräume unter dem Eis, ein Betreten ist deshalb extrem gefährlich", warnt Susanne Fischer vom Wupperverband. Die Hohlräume sind oft nicht erkennbar. Gleiches gilt für Strömungen unter dem Eis. Sie können bei einem Einbruch zur tödlichen Falle werden.

Spektakulärster Eiseinbruch der vergangenen Jahre war der des Hundes Jasper. Der drei Jahre alte Setter-Labrador-Mischling brach im Februar 2005 an der Ronsdorfer Talsperre in ein Eisloch und wurde nach einer Stunde von der Freiwilligen Feuerwehr gerettet. Der Unfall blieb nicht ohne Folgen: Er bescherte der Wehr ein Rettungsboot, gespendet von der Firma WKW. (luk)

Die Räum- und Streudienste der Stadt machten sich gegen 3.30 Uhr früh auf den Weg, um zunächst die Hauptverkehrsstraßen und Wege der Buslinien frei zu bekommen.

Gut 250 Tonnen Streumaterial sind pro Schicht fällig und mehr als 300 Mann im Dauereinsatz. "Wir sind mit diesem Tag bislang zufrieden", berichtet Michael Drecker vom Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal (ESW). Ab 11 Uhr habe man sich dann verstärkt um die Nebenstraßen kümmern können.

AWG: Nicht geleerte Tonnen und Weihnachtsbäume stehen lassen

Probleme gibt es unterdessen bei der Müllabfuhr. Sie rückte gestern früh zum Teil mit Schneeketten aus, konnte aber nicht alle Zielgebiete pünktlich erreichen. Betroffen sind die Leerung der grauen, gelben und der Biotonnen - vor allem in Seitenstraßen und auf den Höhenzügen.

"Wir bitten darum, die noch nicht geleerten Tonnen und abgeholten Weihnachtsbäume so lange an der Straße stehen zu lassen, bis unsere Fahrzeuge wieder durchkommen", erklärte Martin Bickenbach von der AWG auf WZ-Nachfrage.

An diesem Mittwoch und Donnerstag rechnet Wuppertals Winterdienst mit weiteren Niederschlägen - je nach Temperatur als Schnee oder Regen. Drecker: "Wir sind auf jeden Fall gerüstet."

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