Halil Kesküs ärgert sich über Schweineschmalz.

Brötchen werden langfristig wohl eher teurer. Foto: Oliver Berg
Brötchen werden langfristig wohl eher teurer. Foto: Oliver Berg

Brötchen werden langfristig wohl eher teurer. Foto: Oliver Berg

dpa

Brötchen werden langfristig wohl eher teurer. Foto: Oliver Berg

Wuppertal. Die Hildener Bäckerei Schüren, die auch in Wuppertal mehrere Filialen hat, verwendet in ihren Brötchen Schweineschmalz – und das sorgt nun für Ärger. Halil Kesküs (34) schmecken die Brötchen nicht mehr: Sie enthalten Schweineschmalz. Als Moslem achtet er darauf, kein Schweinefleisch zu essen. Darum ärgert er sich darüber, dass ihm „das Zeug jahrelang untergejubelt wurde“, ohne dass er von der Schweine-Beilage wusste. „Erst Pferdefleisch in der Lasagne, und jetzt macht der Bäcker um die Ecke den gleichen Mist“, schimpft der 34-Jährige.

Roland Schüren verteidigt die Brötchenzutat

Bäcker Roland Schüren, in dessen Filiale Kesküs die Brötchen gekauft hat, versteht den Unmut nicht. „Schmalz ist eine uralte, typische Zutat für Brötchen“, sagt er. Es habe eine „leichte, natürliche emulgierende Wirkung“ und mache die Brötchen locker und luftig. „Ohne Schmalz müssten wir künstliche Zusatzstoffe verwenden“, sagt Schüren.

Schmalz muss nicht gekennzeichnet werden

Die künstlichen Zusatzstoffe müssten gekennzeichnet werden. Aber „Schmalz ist kein kennzeichnungspflichtiger Zusatzstoff“, sagt der Bäcker. Gleichwohl weist er auf den Nährwert-Bon, der in jeder Filiale erhältlich ist, sowie auf seiner Homepage im Internet auf den 0,5-prozentigen Anteil an Schmalz in den Brötchen hin. „Darauf kommt man doch nicht“, sagt Keküs – denn schließlich würde es auch Gänseschmalz und vegetarisches Schmalz geben. mick