Die berühmte Bühnenbildnerin wäre im April 93 geworden.

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Hanna Jordan prägte die deutsche Theaterlandschaft.

Hanna Jordan prägte die deutsche Theaterlandschaft.

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Hanna Jordan prägte die deutsche Theaterlandschaft.

Wuppertal. Es konnte in früheren Jahren passieren, dass, wenn der Vorhang im Opernhaus aufging, die Zuschauer spontan klatschten, überwältigt von Hanna Jordans Bühnenbild. Jordan wurde am 3. April 1921 in Wuppertal geboren, mitten hinein in eine kreative Atmosphäre des liberalen, kosmopolitischen Elternhauses. Ihre „schönste Schulzeit“ verbrachte sie in Holland in einem Internationalen Quäker-Internat. Danach studierte die künstlerisch Hochbegabte an den Kunstakademien in Düsseldorf und Essen, bis sie sich mit ihrer jüdischen Mutter vor der nationalsozialistischen Verfolgung verstecken musste. Beide überlebten bei mutigen Freunden in Wuppertal und Umgebung.

Hanna Jordan mischte sich mutig in kulturpolitische Fragen ein

1945 wurde Hanna Jordan an die Wuppertaler Bühnen engagiert. Sie prägte die Erfolgsära der Intendanten Helmut Henrichs und Arno Wüstenhöfer mit, im Schauspiel und in der Oper. Auch an großen deutschsprachigen Bühnen feierte sie Erfolge, etwa zusammen mit Regisseur Rudolf Noelte. Als Bürgerin hat sich Jordan lebenslang engagiert: Sie gründete direkt nach Kriegsende mit ihrer Mutter das Nachbarschaftsheim. Sie mischte sich in kulturpolitische Fragen ein, nicht immer zur Freude der Kulturpolitiker. Ihr wichtigstes Lebensmotto war, „nicht als Verfolgte durch Lebens zu gehen, sondern als Versöhnerin“. Jordan ist am Sonntag gestorben.

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