Umfassende Aussagen von mutmaßlichem Täter und Opfer zu Prozessbeginn.

Wuppertal. Seit dem heutigen Mittwoch muss sich ein 49-jähriger Wuppertaler vor dem Landgericht wegen Vergewaltigung und Mordversuchs verantworten. Er soll am 4. Januar dieses Jahres eine Bekannte in einer Wohnung in Elberfeld eingesperrt, vergewaltigt und am Vormittag des 5. Januar aus dem Küchenfenster aus mehr als fünf Metern Höhe auf den Gehweg geworfen haben. Die Frau wurde bei der Tat schwer verletzt.

Zu Prozessbeginn äußerten sich sowohl der mutmaßliche Täter als auch das Opfer umfassend zu den damaligen Geschehnissen. Dabei betonte der 49-Jährige ausdrücklich, dass der Sex zwischen ihm und der damals 48 Jahre alten Frau einvernehmlich geschehen sei und man nicht von einer Vergewaltigung sprechen könne. Zudem sagte er aus, schon früher sexuellen Kontakt mit der Bekannten gehabt zu haben.

Laut dem Angeklagten kam es in der Nacht auf den 5. Januar mehrmals zum Geschlechtsverkehr, zwischendurch sei er aufgrund seines Alkoholkonsums immer wieder eingeschlafen. Als er morgens in die Küche gekommen sei, habe das Fenster offen gestanden, er habe herausgeschaut und die Frau unten auf dem Bürgersteig sitzen sehen. Daraufhin sei er zu ihr heruntergegangen und sie habe ihm gesagt, dass sie gestürzt sei.

Die Aussagen des mutmaßlichen Opfers, das inzwischen wieder ohne Krücken gehen kann und sich kurz vor dem Abschluss der Reha-Behandlung befindet, widersprechen der Version des Angeklagten. Die Frau bestätigte, den 49-Jährigen vom Sehen her zu kennen. Er sei ein Bekannter ihres Bruders. Dass es zuvor bereits Sex zwischen ihr und dem Angeklagten gegeben habe, bestritt sie allerdings.

Die Frau gab an, ihr Peiniger habe sie unter dem Vorwand, ihr Bruder wohne bei ihm und wolle mit ihr sprechen, in seine Wohnung gelockt. Dort habe er sie zum Geschlechtsverkehr überreden wollen, was sie ablehnte. Als er kurz darauf einschlief, wollte die Frau die Wohnung verlassen, die Tür war jedoch abgeschlossen. Am nächsten Morgen habe er wieder Sex haben wollen und sie, nachdem sie erneut ablehnte, vergewaltigt. Dabei hielt er ihr der Aussage zufolge den Mund zu, so dass sie Angst hatte zu ersticken.

Nachdem ein weiterer Fluchtversuch gescheitert war, ging die Frau nach eigenen Angaben in die Küche, um am offenen Fenster zu rauchen. Plötzlich habe der Angeklagte sie von hinten gepackt und hinausgeworfen. Anschließend sei er nach unten gekommen und habe zu ihr gesagt: "Und Fräulein, du sagst, dass du ausgerutscht bist."

Der Prozess wird fortgesetzt.

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