32-Jähriger steht vor dem Landgericht. Die Vorwürfe liegen fünf Jahre zurück.

Wuppertal. Seit Dienstag muss sich ein 32 Jahre alter Wuppertaler wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung vor dem Landgericht verantworten. Er soll seine damalige Frau Anfang 2006 mehrfach gefesselt und dann zum Sex gezwungen haben. Zudem soll er sie während der Taten mehrfach geohrfeigt, angespuckt und eine Zigarette auf ihrem Körper ausgedrückt haben. Er soll gedroht haben, das Haus seines vermeintlichen Opfers „in die Luft zu sprengen“ und ihr „ins Gesicht zu schießen“. Zumindest teilweise soll die Frau die sexuelle Nötigung stillschweigend ertragen haben – weil ihre zwei gemeinsamen Kinder in derselben Wohnung schliefen.

Rätselhaft: Paar war zum Zeitpunkt der angeblichen Tat schon getrennt

Der Angeklagte äußerte sich am Dienstag nicht zu den Tatvorwürfen, er machte nur Angaben zur Person und schilderte seinen Werdegang. Der im Gazastreifen geborene Palästinenser ist 1998 nach Deutschland gekommen und beantragte Asyl. Anfang 2001 lernte er seine spätere Frau kennen. Danach arbeitete er unter anderem für die Wuppertaler Stadtverwaltung als Maler und Lackierer, außerdem machte er sich mit einem Internetcafé selbstständig. In dieser Zeit kamen die beiden Kinder des Paares zur Welt.

Für Ende des Monats ist die Aussage des mutmaßlichen Opfers geplant

Nach Angaben des Angeklagten trennte sich das Paar bereits Ende 2005 – also ein Jahr vor den angeklagten Taten. Warum er sich nach der Trennung und seinem Auszug noch in der ehemaligen gemeinsamen Wohnung aufgehalten haben soll, ist unklar. Fest steht: Mittlerweile ist der Angeklagte neu verheiratet und wohnt auch mit seiner neuen Frau weiter in Wuppertal.

Ende des Monats will das Gericht das mutmaßliche Opfer vernehmen. Die Frau tritt auch als Nebenklägerin auf, ließ sich am Dienstag aber anwaltlich vertreten und war nicht persönlich anwesend. Ein Urteil wird frühestens Ende Juli erwartet.