Stadt und Verbraucherzentrale unterzeichneten Vertrag zur Finanzierung.

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Marlene Pfeiffer, Beratungsstellenleiterin, demonstrierte 2010 mit Kollegen für den Erhalt der Schuldnerberatung. Schon damals stand die Beratung aufgrund von fehlenden Zuschüssen kurz vor dem Aus.

Marlene Pfeiffer, Beratungsstellenleiterin, demonstrierte 2010 mit Kollegen für den Erhalt der Schuldnerberatung. Schon damals stand die Beratung aufgrund von fehlenden Zuschüssen kurz vor dem Aus.

Fischer

Marlene Pfeiffer, Beratungsstellenleiterin, demonstrierte 2010 mit Kollegen für den Erhalt der Schuldnerberatung. Schon damals stand die Beratung aufgrund von fehlenden Zuschüssen kurz vor dem Aus.

Wuppertal. Sie berät überschuldete Menschen, warnt vor dubiosen Internetanbietern oder informiert zu Energiefragen: Rund 23600 Ratsuchende haben sich im vergangenen Jahr mit Anfragen an die Verbraucherzentrale gewandt. „Statistisch gesehen ist jeder zehnte Wuppertaler schon einmal in unserer Beratungsstelle gewesen“, sagt Beratungsstellenleiterin Marlene Pfeiffer.

Damit die Arbeit fortgeführt werden kann, wurde gestern eine vertragliche Vereinbarung zur Finanzierung der Verbraucherarbeit für die kommenden fünf Jahre unterzeichnet.

„Statistisch gesehen ist jeder Zehnte schon einmal in unserer Beratungsstelle gewesen.“

Marlene Pfeiffer, Leiterin

Oberbürgermeister Peter Jung und NRW-Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski wollen damit die Finanzierung der allgemeinen Verbraucherberatung und der Umweltberatung des Beratungsstellenteams an der Elberfelder Schloßbleiche bis 2019 sichern.

Finanziell wird die Stadt dabei von den Wuppertaler Stadtwerke und der Abfall und Wirtschaftsgesellschaft (AWG) sowie der Sparkasse unterstützt (siehe Kasten rechts).

Seit mehr als 20 Jahren ist die Umweltberatung ebenfalls fester Bestandteil im Beratungsangebot. Auch deren Arbeit ist nun bis 2019 gesichert.

Rund 360 000 Euro sind pro Jahr für das Angebot der allgemeinen Verbraucherberatung nötig, auf etwa 25 000 Euro beläuft sich der Eigenanteil der Ratsuchenden. Der Rest wird zu 50 Prozent aus Landesmitteln finanziert, etwa 170 000 Euro sind von der Kommune zu tragen, es handelt sich um ein Finanzierungsmix, an dem AWG und WSW sowie Stadtsparkasse unterstützend beteiligt sind.
 

An städtischen Haushaltsmitteln werden rund 102 000 Euro jährlich für die allgemeine Verbraucherberatung benötigt.
 

An drängenden Verbraucherfragen mangele es nicht, sagte Marlene Pfeiffer. „Telekommunikationsanbieter führen die Beschwerdestatistik an, Fragen zu Vertragsgestaltungen oder dubiose Abbuchungen durch Drittanbieter stehen im Mittelpunkt unserer rechtlichen Beratung.“

Die Schuldnerberatung bilde einen Schwerpunkt der Arbeit: „Das Thema Verschuldung steht sehr häufig im direkten Zusammenhang mit Einkommensarmut“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn (SPD). Dazu gehörten neben Arbeitslosigkeit und SGB II-Bezug auch Niedriglohnempfänger. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt: Es muss früh geholfen werden, damit Menschen gar nicht erst in die Schuldenspirale geraten und der Berg immer höher. Deshalb sei das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale „der richtige Ansatz“, um einer drohenden Überschuldung entgegenzusteuern.

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