Am Sonntag wurde die Bergische Gartenarche als „UN-Dekadeprojekt“ ausgezeichnet. Mit einem Bauerngarten sorgt sie für Grün in der Stadt.

Aktionswochen Wuppertals Urbane Gärten
SPD-Landtagsabgeordneter Dietmar Bell überreichte die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt an Nadja Hildebrand und Sibylle Leopold von der Bergischen Gartenarche Wupperviereck und Sigrid Fröhling von der Bergischen Gartenarche Oberberg (v.l.).

SPD-Landtagsabgeordneter Dietmar Bell überreichte die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt an Nadja Hildebrand und Sibylle Leopold von der Bergischen Gartenarche Wupperviereck und Sigrid Fröhling von der Bergischen Gartenarche Oberberg (v.l.).

Fries, Stefan (fri)

SPD-Landtagsabgeordneter Dietmar Bell überreichte die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt an Nadja Hildebrand und Sibylle Leopold von der Bergischen Gartenarche Wupperviereck und Sigrid Fröhling von der Bergischen Gartenarche Oberberg (v.l.).

Elberfeld/Südhöhen, Die Auftaktveranstaltung der Aktionswochen „Wuppertals Urbane Gärten“ im Permakulturhof am Dorner Weg, die in diesem Jahr unter der Überschrift „Gartenvielfalt“ steht, bot den passenden Rahmen für die Auszeichnung, die der Bergischen Gartenarche, einem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt im Bergischen Land mit Sitz im Briller Viertel, am Sonntagmittag zuteil wurde.

Der Landtagsabgeordnete Dietmar Bell übergab der Wuppertaler Vorsitzenden des Vereins „Bergisches Wupperviereck“ Nadja Hildebrand in der Scheune des Hofs die Urkunde, mit der die Bergische Gartenarche als „Offizielles UN-Dekadeprojekt Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Bell sprach den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt an und beklagte, dass aus vielen Vorgärten Steingärten würden und das Wissen über die Artenvielfalt immer mehr abnimmt. „Jetzt geht es darum, anzupacken. Das wird hier vorbildlich gemacht“, lobte er und nannte es beachtlich, was in Wuppertal auf die Beine gestellt wird. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Permakulturhof wieder ein gutes Stück Wuppertal wird“, machte er deutlich.

Bei kritischen Sorten solle der Samen weitergegeben werden

Wuppertals Bürgermeisterin Bettina Brücher nannte den wiederhergestellten alten Bauerngarten der Gartenarche einen wunderbaren Platz, der bezaubert. „Ich bin überwältigt, wie sich der Hof entwickelt hat. Und danke allen, die sich dafür so ins Zeug gelegt haben“, versicherte sie und hofft auf rege Mitarbeit.

„Seit 2014 gibt es uns“, hieß es seitens der Wuppertaler Gartenarche. „Wir freuen uns über Spenden und Mitarbeit, denn Aktive kann man nicht genug haben“, war man sich einig.

Zahlreiche Interessierte waren am Sonntag zum Permakulturhof gekommen. „Im Oberbergischen Kreis hat es auf Initiative der bekannten Gartenbuch-Autorin Marie-Luise Kreuter, die sich seit vielen Jahren mit alten Sorten beschäftigt hatte, mal angefangen“, erzählt Kathi Hentzschel. „Hier in Wuppertal ist das Projekt jetzt richtig groß geworden.“ Unter ihrem weißen Zeltdach verkaufte sie bewährte Kräuter-, Gemüse- und Blumensamen aus heimischen Gärten, weil sie dem Boden und dem Klima angepasst sind. Bei kritischen Sorten, beispielsweise der Spinatsorte „Der gute Heinrich“ müssen sich die Käufer verpflichten, die Samen im Herbst wieder zur Verfügung zu stellen. Saatgut selbst zu vermehren sei früher eine Selbstverständlichkeit gewesen.

„Die Oma nahm den Samen und säte ihn im nächsten Jahr wieder aus.“ Auf diese Weise wurden Bohnen-, Erbsen-, oder Meldesorten über viele Generationen in einer Familie weitergegeben und sorgfältig aufbewahrt. „Heute sind viele Leute gekommen, die sich interessieren und sich informieren“, sagte sie erfreut über die vielen Besucher. Denn Ziel sei es ja auch, den Hof bekannter zu machen, der seit März 2017 vielfältige Möglichkeiten des naturnahen und nachhaltigen Gärtnerns aufzeigt „Hier im Garten kann man die Sorten ja auch live sehen, nicht nur als Samen im Tütchen.“

Auch eine Expertin beim Thema Wildbienen hatte ihren Stand am Hof aufgebaut. Hier konnten Samenmischungen gekauft werden, die Bienen anziehen. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt, Kuchen, Getränke, besondere Brotsorten und Aufstriche mit vielen Kräutern standen bereit. Für gute Stimmung sorgten musikalische Darbietungen.

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