Blick aus einer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf.
Blick aus einer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf.

Blick aus einer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf.

dpa

Blick aus einer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf.

Wuppertal/Düsseldorf  (dpa). Auch zwei Tage nach dem tödlichen Spielstreit in der Justizvollzugsanstalt  Ronsdorf herrschen Erschrecken und Ratlosigkeit über das Geschehen. Mittlerweile ist bekanntgegeben worden, dass Opfer als auch Täter Deutsche sind. Laut Justizministeriums und JVA  gehörten beide der harmlosesten von drei internen Kategorien von Häftlingen an. Sie waren schon zweimal zusammen in einer Zelle eingeschlossen, ohne dass etwas passiert war. Insgesamt ist es in der Haftanstalt seit 2011 nur viermal zu Übergriffen gekommen - noch nie mit einem derart brutalen Ausgang. 

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags gegen den geständigen 18-Jährigen eingeleitet. Der junge Mann war noch in der Nacht in eine andere Haftanstalt verlegt worden. Das Opfer hatte seit März wegen Diebstahls mit Waffen in Untersuchungshaft gesessen.

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hatte am Freitagmorgen Fehler bei den Mitarbeitern ausgeschlossen. Es gebe keine Erkenntnisse, dass es «irgendwelche Versäumnisse im Bereich des Personals» gegeben habe, sagte der Minister  in WDR 5. Die Tat sei nicht vorhersehbar gewesen und offenbar eine «Kurzschlussreaktion».

Im Streit um 40 Euro Spielschulden soll ein 18-jähriger Häftling einen 20-jährigen Mitgefangenen in einer Zelle erwürgt haben. Der 18-Jährige hatte unmittelbar danach per Notruf die Vollzugsbeamten informiert und die Tat gestanden. Die Häftlinge waren am Mittwoch bei einem abendlichen Zellenbesuch in Streit geraten. Kutschaty zufolge waren aber beide Insassen als «gemeinschaftsfähig» eingestuft worden. Zwei Zellenbesuche zuvor seien unproblematisch verlaufen.

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