Der Mann soll Honorare für erfundene Seminare eingesteckt haben.

Wuppertal/Krefeld. Skandal um den langjährigen Leiter der Helios-Ausbildungszentren in Wuppertal und Krefeld. Wie die Geschäftsführung auf WZ-Nachfrage bestätigt, ist Jochen S. bereits Anfang Juli fristlos entlassen worden. Helios hat gegen den Mann (Jahrgang 1956) Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Der Vorwurf: Untreue.

Der Schaden soll sich auf mehr als 700.000 Euro belaufen

Laut Helios haben interne Untersuchungen ergeben, dass S. bei der Abrechnung von Dozenten-Honoraren in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll. Nach WZ-Informationen beläuft sich der Schaden auf mehr als 700.000  Euro. S. soll die entsprechenden Seminare und auch die Namen der Referenten zum Teil frei erfunden haben. Laut Helios hat der in Wuppertal geborene promovierte Medizinpädagoge - er hat unter anderem einen Lehrstuhl in Gera inne - gegenüber der Geschäftsführung Teile der Vorwürfe eingeräumt. Von den Vorgängen sei ausschließlich das Bildungszentrum in Wuppertal betroffen, hieß es am Donnerstag.

Dort werden im Jahr unter anderem mehr als 150  Gesundheitspfleger und Kinderkrankenschwestern ausgebildet. S. war auch Leiter des im vergangenen Jahr eingeweihten Helios-Bildungszentrums in Krefeld - bis zu seiner Entlassung im Juli. Auswirkungen des Skandals auf andere Helios-Bereiche schloss ein Sprecher  aus. Gegenüber der Staatsanwaltschaft soll S. bislang geschwiegen haben. Die Ermittlungen dauern an.

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