Projekt bildet Lehrer aus und testet das Fach an Grundschulen.

Projekt bildet Lehrer aus und testet das Fach an Grundschulen.
Die angehenden Lehrerinnen (v.l.) Vivien Kremers, Vassiliki Mitsaraki und Jasmin Krawczyk finden zwar manches an der Ringvorlesung zu mathematisch, schätzen aber an anderer Stelle den praktischen Bezug.

Die angehenden Lehrerinnen (v.l.) Vivien Kremers, Vassiliki Mitsaraki und Jasmin Krawczyk finden zwar manches an der Ringvorlesung zu mathematisch, schätzen aber an anderer Stelle den praktischen Bezug.

A.Fischer

Die angehenden Lehrerinnen (v.l.) Vivien Kremers, Vassiliki Mitsaraki und Jasmin Krawczyk finden zwar manches an der Ringvorlesung zu mathematisch, schätzen aber an anderer Stelle den praktischen Bezug.

Wuppertal. Das Internet ist heute selbstverständlicher Teil unseres Alltags ebenso wie Handys und Laptops. Wir schicken Mails und Whatsapp-Nachrichten, zahlen online, nutzen zahlreiche internetfähige Geräte. Aber wie die Technik funktioniert, wissen nur sehr wenige. Das sollte sich ändern, finden Prof. Ludger Humbert und Dr. Dorothee Müller vom Fachgebiet Didaktik der Informatik an der Universität. Ihr Projekt „Informatorische Allgemeinbildung“ erhielt jetzt einen Preis.

In anderen Ländern steht das Schulfach Informatik längst auf dem Stundenplan – in Großbritannien sei das Fach zum Beispiel ab der ersten Klasse verpflichtend, berichtet Ludger Humbert. in Deutschland gehört es bisher noch nur zum Wahlbereich. Unter anderem fehlen auch ausgebildete Lehrer. Hier setzt ein Bereich des Wuppertaler Projekts an.

Für angehende Lehrer aller Fächer organisieren die Hochschullehrer seit 2010 die Ringvorlesung „Informatik im Alltag“ an. Informatiker erklären hier ihr Fachgebiet so, dass fachfremde Studenten es nachvollziehen können. Dorothee Müller berichtet: „Die Erfahrungen sind sehr positiv.“

Auch die Ausbildung der Fachlehrer wurde ausgebaut: Bisher bildete die Wuppertaler Uni nur Informatiklehrer für die Oberstufe aus, jetzt auch für Schüler bis zur zehnten Klasse.

Das ausgezeichnete Projekt befasst sich aber auch um mit den ganz Kleinen: Die Forscher entwickeln und erproben derzeit, wie erste Informatik-Kenntnisse an Grundschulen vermittelt werden können. Dabei nutzen sie einen handtellergroßen Klein-Computer, genannt „Calliope mini“, mit sichtbaren Lötstellen und Leuchtdioden.

Den können auch Kinder programmieren und dabei kreative Ideen entwickeln. „Eine Gruppe hat ihn die Feuchtigkeit der Erde einer Zimmerpflanze messen lassen. Wenn sie genug Wasser hatte, gab es einen Smiley“, erklärt Ludger Humbert ein Beispiel. Mit diesem Gerät ist auch das häufig genannte Argument widerlegt, dass die technische Ausstattung für Informatik an Schulen zu teuer ist.

Das Projekt der Informatik-Didaktiker fand die „Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie“ preiswürdig. Von dem Preisgeld von 6000 Euro wollen die Forscher weitere Calliope minis anschaffen.

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