Laut Staatsanwaltschaft Köln gibt es keine Hinweise auf eine Erkrankung des Fahrers (45).

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Warum der Bus von der Fahrbahn abkam und eine Böschung hinunterstürzte, ist noch ungeklärt.

Warum der Bus von der Fahrbahn abkam und eine Böschung hinunterstürzte, ist noch ungeklärt.

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Warum der Bus von der Fahrbahn abkam und eine Böschung hinunterstürzte, ist noch ungeklärt.

Radevormwald/Wuppertal. Seit vergangenen Sonntag erinnert ein Grauwacke-Fels an das schlimmste Bus-Unglück der Nachkriegszeit im Bergischen Land. Wenige Meter neben der Stelle, an der am 22. September ein Bus der Linie 626 von der Wuppertalstraße  (L  414) die etwa 20 Meter tiefe Böschung in die Wupper hinabgestürzt war, wurde der Gedenkstein im Beisein von 80 Zuschauern eingeweiht. Die Zeremonie fand im dichten Schneetreiben statt.

Am 22. September starben vier Passagiere und der Fahrer

Zumindest das scheint zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln zu passen. Klare Sicht auf die Ursache des Unglücks, bei dem vier Passagiere und der Fahrer (45) starben, gibt es noch immer nicht - jedenfalls nicht offiziell. Dafür schießen die Gerüchte insbesondere zum Fahrer des Busses ins Kraut. In Wuppertal wurde immer wieder geargwöhnt, dass da etwas vertuscht werden solle. "Völliger Unsinn", sagt Oberstaatsanwalt Günther Feld dazu. Fakt ist: Die Leiche des Fahrers wurde obduziert, der Bus begutachtet. Ergebnisse will die Staatsanwaltschaft nur in Kombination veröffentlichen - aus Rücksicht auf die Angehörigen, so die Ermittler.

Heute trat der Behörden-Sprecher dann doch einen Schritt aus dem Dunkeln hervor. "Über gesundheitliche Probleme des Fahrers ist nichts bekannt geworden", sagte Feld der WZ. Hintergrund: Hartnäckig hatte sich das Gerücht gehalten, der Fahrer habe am Steuer einen Herzinfarkt erlitten. Laut Feld wird das von den Ermittlern ausgeschlossen.

"Über gesundheitliche Probleme des Fahrers ist nichts bekannt geworden."

Günther Feld, Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln

Fakt ist aber auch: Die Unglücksursache ist noch immer unklar. Ein technischer Defekt am Bus? Wie berichtet, war der Wagen - er gehört zum Fuhrpark der Firma Klingenfuß, einer Tochter der Wuppertaler Stadtwerke - zwar nicht nagelneu, aber erst wenige Monate auf der Straße. Der Fahrer - ein mehrfacher Familienvater - galt zudem als zuverlässig. Feld ließ sich heute nicht mehr entlocken: "Wir werden in den nächsten Tagen entscheiden, ob wir strafrechtlich jemandem einen Vorwurf machen müssen.". Damit ist lediglich klar, dass die Ermittlungen im Grunde abgeschlossen sind. Allein die rechtliche Bewertung steht noch aus. Es scheint, als sei das Unglück von Rade nicht zu klären.

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