Praktischen Naturschutz hat er sich nach eigenem Bekunden auf die Fahnen geschrieben - der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Wuppertal. Was man jetzt allerdings an den Tag legt, erweist dem jahrelangen Tauziehen um überzeugende Umweltpolitik einen Bärendienst.

Und das nicht zuletzt mit Kriegsrhetorik: "Besonders eingeschossen hat sich der BUND auf die Stadt Wuppertal", heißt es wörtlich. Man spricht von einem "Totschlagargument" und wirft dem Rechtsamt der Stadt eine "völlig schwachsinnige Auffassung" vor, wenn es um die Ausnahmegenehmigung für die Arbeiten im Tunnel geht.

Alleine mit dieser Wortwahl fährt der BUND auf der Nordbahntrasse aufs Abstellgleis. Mit einer sachlichen Argumentation hat das nichts mehr zu tun: Niemand in Wuppertal nimmt allen Ernstes den Tod schützenswerter Tiere "billigend in Kauf" - und gerade beim Artenschutz hat man sich an strenge Regeln zu halten, so umstritten diese bei Trassen-Befürwortern auch sein mögen.

Der BUND wirft der Stadt und der Wuppertal Bewegung vor, bei der Trassenplanung außen vor gelassen und über wichtige Gutachten nicht informiert zu werden. Anstatt sich allerdings an einen Tisch zu setzen, konsultiert man lieber die Bezirksregierung in Düsseldorf und droht offen damit, "das rechtswidrige Verhalten der Stadt Wuppertal weit über die Kreise der Fledermaus-Schützer hinaus im gesamten Bundesgebiet öffentlich zu machen". So weit, so schlecht.

Kritik zu üben und Aufsichtsbehörden um Kontrolle zu bitten, ist ein gutes Recht. Auf der Nordbahntrasse allerdings schießt der BUND weit über das Ziel hinaus, während die Politik schweigend zusieht. Bundesweit von Interesse ist bald doch nur noch eines: jahrelanges Gerangel um einen überfälligen Radweg-Bau in Wuppertal. Genau das sorgt auch in Nachbarstädten, die alte Bahntrassen erfolgreich zu Rad- und Wanderwegen gemacht haben, für fassungsloses Kopfschütteln.

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