Zwei Wochen lang verhindert der Umbau der Schwebebahn am Landgericht, dass Manfred Wandels Copy-Shop mit dem Auto erreichbar ist.

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Von der Baustelle abgeriegelt: Der Copy-Shop von Manfred Wandel ist nur noch für Fußgänger erreichbar.

Von der Baustelle abgeriegelt: Der Copy-Shop von Manfred Wandel ist nur noch für Fußgänger erreichbar.

Uwe Schinkel

Von der Baustelle abgeriegelt: Der Copy-Shop von Manfred Wandel ist nur noch für Fußgänger erreichbar.

Wuppertal. Vor dem Copy-Shop von Manfred Wandel (55) hat ein riesiger Bohrer das Sagen. Auf der Straße schluckt er die Worte der Passanten, und auch in den Geschäftsräumen an der Straße Hofkamp braucht es geschlossene Fenster und Türen, um das penetrante Dröhnen abzuwürgen.

Seit drei Wochen steckt Manfred Wandel mitten drin im Schwebebahnausbau der WSW. Die Haltestelle Landgericht, die genau gegenüber seinem Laden liegt, soll während der Herbstferien demontiert und wieder aufgebaut werden soll. "Der Lärm ist ja nicht das Schlimmste", sagt der Unternehmer. "Für zwei Wochen wird jetzt die Straße dicht gemacht."

Ab Samstag pausiert auch die Schwebebahn wieder

Ab Samstag ruht der Schwebebahnverkehr und die Straße Hofkamp ist voll gesperrt. Für den Ladeninhaber eine Katastrophe. Er sagt: "Mein Hauptgeschäft ist das Bekleben von Autos mit Werbung. Wie soll das funktionieren, wenn die Kunden überhaupt nicht mehr zum Laden kommen?" In den neuneinhalb Jahren seiner Selbstständigkeit habe sich Wandel aus finanziellen Gründen nur insgesamt zwei Wochen Auszeit von seinem Beruf gegönnt. "Und jetzt verordnen mir die WSW zwei Wochen Zwangsurlaub", ärgert sich der Wuppertaler. Sorge hat er, dass seine Kunden nach den zwei Wochen womöglich ganz wegbleiben. Der Ladeninhaber erklärt: "Es gibt 60 Mitbewerber in der Stadt, die genau das gleiche machen wie ich."

Mangelnde Kommunikation sei es, die Wandel so störe. Zufällig habe er von einem Nachbarn erfahren, dass 14 Tage lang kein Auto den Weg zu seinem Laden finden wird. Zwar weiß Wandel auch, dass die Information in der Zeitung gestanden haben, das allein reicht ihm jedoch nicht.

WSW-Sprecher Holger Stephan kann den Unmut teilweise verstehen. Er sagt: "Die Lage ist natürlich unangenehm für den Inhaber." Weniger nachvollziehen kann er die Vorwürfe zur mangelhaften Informationspolitik. "Wir haben vor zwei Wochen 2000 Flyer im Umkreis verteilt", sagt der WSW-Sprecher.

Wandel: Keine Infos von den WSW über die Baustelle

Der Schwebebahnausbau am Landgericht ist besonders schwierig. Schwere Bauteile müssen von der anderen Uferseite zur Baustelle geschafft werden. Dazu werden am Hofkamp Kräne aufgebaut. 400 Tonnen Stahl soll der Wiederaufbau der Station verschlingen. Die gesamte Maßnahme kostet 8,5 Millionen Euro.

Auch die Sperrung zum Schwebebahn-Ausbau im März dieses Jahres an der Sonnborner Straße sorgte für Ärger bei Geschäftsleuten und Anwohnern. Die Ladeninhaber beschwerten sich, von den WSW nicht rechtzeitig über die Sperrung informiert worden zu sein. Zudem wurde die Verkehrsführung kritisiert.

Manfred Wandel hält dagegen: "Ich habe keinen Flyer bekommen. Und auch bei den Nachbarn ist nichts angekommen." Er habe auch von der Einbahnstraßenregelung, die seit dem 20. September am Hofkamp gilt, erst mitbekommen, als er mit seinem Auto vor der Absperrung stand.

Die WSW bauen noch bis März 2011 an der Haltestelle Landgericht. Ab dem 25. Oktober beginnt der Neubau der Haltestelle, dann fährt auch die Schwebebahn wieder. Der Baufortschritt kann ab Samstag im Internet per Webcam verfolgt werden.

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