Wie kann die Stadt das umfangreiche Erbe der Tänzerin in Wuppertal halten?

Wenn das Archiv für den Nachlass von Pina-Bausch ins Schauspielhaus käme, würde die notwendige Sanierung des architektonisch wertvollen Hauses finanziert werden müssen. (Foto
Wenn das Archiv für den Nachlass von Pina-Bausch ins Schauspielhaus käme, würde die notwendige Sanierung des architektonisch wertvollen Hauses finanziert werden müssen. (Foto

Wenn das Archiv für den Nachlass von Pina-Bausch ins Schauspielhaus käme, würde die notwendige Sanierung des architektonisch wertvollen Hauses finanziert werden müssen. (Foto

Andreas Fischer

Wenn das Archiv für den Nachlass von Pina-Bausch ins Schauspielhaus käme, würde die notwendige Sanierung des architektonisch wertvollen Hauses finanziert werden müssen. (Foto

Wuppertal. Während die Wuppertaler Kulturszene und viele andere engagierte Bürger mit zahlreichen Aktionen für den Erhalt des Schauspielhauses kämpfen, wird hinter den Kulissen offenbar schon über eine andere Nutzung des renommierten Hauses gesprochen.

Nach Recherchen der WZ diskutieren Politiker auf Landesebene derzeit darüber, ob es machbar ist, das Archiv von Pina Bausch im Schauspielhaus unterzubringen.

Offiziell gibt es derzeit jedoch keine Stellungnahme. NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff erklärte auf Anfrage der WZ, dass er von solchen Diskussionen und Überlegungen nichts gehört habe.

Die jährlichen Betriebskosten müssen gedeckt sein

Oberbürgermeister Peter Jung sagte zu dem Thema: "Ja, natürlich könnte ich mir das gut vorstellen." Jung machte jedoch klar, dass die Stadt die notwendige Sanierung des Hauses auch dann nicht finanzieren kann, wenn es um das Archiv von Pina Bausch geht.

Zudem müsste auch geklärt sein, wer die Folgekosten für eine solche Nutzung trägt. In diesem Zusammenhang nannte Jung als möglichen Finanzier die Bundeskulturstiftung. Mit den Vertretern der Stiftung des Nachlasses von Pina Bausch befinde sich die Stadt in engem Kontakt.

Ein weiterer Aspekt könnte zudem sein, dass der Platz vor dem Schauspielhaus in Pina-Bausch-Platz umbenannt werden könnte - wenn das Archiv in dem Gebäude untergebracht werde.

Pina-Bausch-Platz vor dem Schauspielhaus wäre möglich

Bisher gibt es noch keine Entscheidung, wo und wann ein Platz nach der verstorbenen Tänzerin in Wuppertal benannt wird, was wohl auch daran liegt, dass es nicht schicklich gewesen wäre, den Platz vor dem Schauspielhaus nach ihr zu benennen - und dann das Schauspielhaus zu schließen.

Im Tanztheater Wuppertal gibt man sich entsprechend zurückhaltend. Geschäftsführerin Cornelia Albrecht möchte sich zu den Plänen nicht konkret äußern, gibt aber ein allgemeines Bekenntnis zur Stadt ab, das darauf schließen lässt, dass aus Sicht des Ensembles nur Wuppertal als Standort des geplanten Archivs in Frage kommt: "Das Tanztheater ist in Wuppertal groß geworden. Pina Bausch ist nicht ohne Grund Wuppertal immer treu geblieben. Wir sind hier verwurzelt."

Gerade erst hat sich das Tanztheater am 24-Stunden-Protestmarathon im Schauspielhaus beteiligt und dabei am vergangenen Wochenende vehement für den Erhalt der Bühne an der Kluse plädiert: "Auch wir, das Tanztheater, brauchen unser Schauspielhaus."

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