Die Zahl der Zweitjobber ist in Wuppertal auf 10 600 gestiegen – das sind 34 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. Besonders häufig sind Zweitjobs danach im Gastgewerbe: 1240 geringfügig Beschäftigte arbeiten in der Branche in Wuppertal zusätzlich zu einer sozialversicherungspflichtigen Stelle. Seit 2007 stieg diese Zahl um 65 Prozent.

Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG Düsseldorf-Wuppertal, spricht von einem „alarmierenden Trend“. Das Gastgewerbe dürfe nicht zur bloßen Minijobber-Domäne werden: „In Hotels, Pensionen und Restaurants brauchen wir mehr gelernte Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte.“ Dringenden Handlungsbedarf sieht die NGG Düsseldorf-Wuppertal bei der Politik: „Wenn in Wuppertal mittlerweile mehr als jeder zwölfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Nebenjob hat, dann ist hier etwas aus dem Ruder gelaufen“, so Gebehart. Der gesetzliche Mindestlohn sei ein erster Schritt gewesen, aber mit 8,84 Euro noch zu niedrig. Zudem müsse sich die Politik um die Rente kümmern: „Ein Großteil der Menschen, die heute auf einen Zweitjob angewiesen sind, wird im Alter mit Armutsbezügen leben müssen. Hier brauchen wir eine Haltelinie nach unten“, so Gebehart.

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