Demonstranten fordern Absage des Konzertes – Betreiber weist Vorwürfe als haltlos zurück.

wza_1500x1004_592165.jpeg
Vertreter diverser Jugendgruppen demonstrierten gegen das Konzert im U-Club.

Vertreter diverser Jugendgruppen demonstrierten gegen das Konzert im U-Club.

Gerhard Bartsch

Vertreter diverser Jugendgruppen demonstrierten gegen das Konzert im U-Club.

Wuppertal. Etwa 50 Wuppertaler demonstrierten Mittwoch Abend vor dem U-Club gegen den Auftritt des jamaikanischen Reggae-Sängers Sizzla, der wegen seiner schwulenfeindlichen Songtexte in der Kritik steht.

Ein breites Bündnis von Jugendgruppen und Jugendorganisationen der Parteien hatte zu dem friedlichen Protest eingeladen. Unter den Demonstranten war auch der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Brakelmann. Brakelmann sagte: "Wuppertal darf dem jamaikanischen Reggae-Sänger Sizzla keine Bühne für Hetze und Morddrohungen an Homosexuellen bieten."

Tobias Block von der Schwul-Lesbischen Jugendgruppe kündigte an, dass beim nächsten Sizzla-Konzert am Samstag erheblich mehr Demonstranten erwartet würden. Markus Stranzenbach, Vorsitzender der Jungen Union Wuppertal, stellte zu dem Auftritt fest: "Mir geht es darum zu zeigen, dass auch Toleranz Grenzen hat. Das Maß ist überschritten."

U-Club Betreiber Tilmann Rudorff hatte Mittwoch Abend gegenüber der WZ noch erklärt, dass er selbstverständlich mit der Polizei zusammenarbeite. So werde ein Mitschnitt des Konzertes angefertigt, der heute der Polizei übergeben werden soll. Damit will der U-Club beweisen, dass sich Sizzla an die vereinbarte Playlist gehalten und keine schwulenfeindliche Texte gesunden hat.

Rudorff erklärte erneut, dass der U-Club keinen Platz für Hetze biete und bot den Demonstranten eine Diskussion zu dem Thema an, bis auf die Grünen sei bisher keiner auf ihn zugekommen. "Ich bin schockiert darüber, wie wir in der Öffentlichkeit dargestellt werden", sagte er kurz vor Konzertbeginn.

Die Wuppertaler Polizei bestätigte gegenüber der WZ, dass sichergestellt sei, dass sie über den Ablauf des Konzertes informiert werde. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte sie jedoch nicht bestätigen, auf welche Weise dies geschehe.

Unabhängig davon ging Mittwoch der Protest gegen das Konzert weiter. Der Gleichstellungausschuss der Stadt forderte in einem von allen Fraktionen getragenen Antrag: "Aufrufe zur Gewalt müssen geächtet werden." Zudem sollten die Konzerte abgesagt werden.

Im Online-Forum der WZ läuft unterdessen eine hitzige Diskussion um das Für und Wider des Auftritts von Sizzla.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer