Im „Tanztunnel“ sollen Tiere zu Schaden gekommen sein, melden Naturschützer. Die Stadt räumt Fehler bei Betonarbeiten ein: Sie seien aber längst behoben.

Nordbahntrasse
Sorgt für Diskussionen: Der „Tanztunnel“ Dorrenberg wird mit Spritzbeton versehen. Dabei wurden die alten Fluchtnischen – im Bild vom WZ-Ortstermin am 12. Juli rechts und am Ausgang zu sehen – in Mitleidenschaft gezogen. Sie dienen später dem Rückzug der Fledermäuse und werden dazu noch abgeschirmt. Beim Ortsttermin selbst waren keine Fledermäuse zu sehen. Die Baustelle darf nicht betreten werden.

Sorgt für Diskussionen: Der „Tanztunnel“ Dorrenberg wird mit Spritzbeton versehen. Dabei wurden die alten Fluchtnischen – im Bild vom WZ-Ortstermin am 12. Juli rechts und am Ausgang zu sehen – in Mitleidenschaft gezogen. Sie dienen später dem Rückzug der Fledermäuse und werden dazu noch abgeschirmt. Beim Ortsttermin selbst waren keine Fledermäuse zu sehen. Die Baustelle darf nicht betreten werden.

Uwe Schinkel

Sorgt für Diskussionen: Der „Tanztunnel“ Dorrenberg wird mit Spritzbeton versehen. Dabei wurden die alten Fluchtnischen – im Bild vom WZ-Ortstermin am 12. Juli rechts und am Ausgang zu sehen – in Mitleidenschaft gezogen. Sie dienen später dem Rückzug der Fledermäuse und werden dazu noch abgeschirmt. Beim Ortsttermin selbst waren keine Fledermäuse zu sehen. Die Baustelle darf nicht betreten werden.

Wuppertal. Beim Bau der Nordbahntrasse gibt es neue Sorgen um den Schutz der Fledermäuse: Wie Gudrun Kolbe – Bevollmächtigte des Naturwissenschaftlichen Vereins in Wuppertal (NVW) – berichtet, ist aus Sicht der Umweltschützer der Bestand der Tiere im Zuge der Tunnelsanierung am Dorrenberg gefährdet. Kolbe bezieht sich in ihrem offenen Brief, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, auf Beobachtungen des Wuppertaler Fledermausexperten Reinald Skiba. Er hat den „Tanztunnel“ seit Mai mehrfach in Augenschein genommen.

Demnach war Skiba am 8. Mai mit zwei Ultraschalldetektoren im Tunnel und hat zwischen acht und elf Fledermäuse lokalisiert. „Nachdem auch die Westseite des Tunnels etwa 50 Meter lang frisch mit Beton ausgespritzt war, fanden wir abends und nachts am 1. Juni im gesamten Tunnelbereich nur noch drei Fledermäuse“, wie Skiba berichtet, „davon durch Zufall ein Tier, das aus dem noch feuchten Spritzbeton mühselig ins Freie gelangte.“ Skiba geht davon aus, dass „die restlichen Fledermäuse entweder durch das Spritzen getötet wurden oder, was am Tage unwahrscheinlich ist, davon geflogen sind.“

Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz?

Das sei ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz – entweder durch grobe Fahrlässigkeit oder durch Vorsatz.

Auf WZ-Nachfrage räumt die Stadt Wuppertal Fehler bei der Tunnelsanierung ein – „entgegen der ausdrücklichen Vorgaben“ mit Blick auf den Artenschutz. Er habe bei den Arbeiten nach wie vor Priorität, unterstreicht Stadtsprecherin Martina Eckermann. Dass Fledermäuse verletzt oder getötet wurden, könne man nicht bestätigen. Tatsache sei, „dass bei den Spritzbetonarbeiten im Tunnel Dorrenberg Fledermausnischen, die selbstverständlich ausgespart bleiben sollten, trotzdem teilweise mit Sprühnebel benetzt wurden.“ Das habe das städtische Umweltressort bei der ökologischen Bauüberwachung schon Wochen zuvor festgestellt.

Als Bauherr habe die Stadt das beauftragte Unternehmen „daraufhin zur Reinigung der Nischen aufgefordert und außerdem darauf hingewiesen, bei den noch ausstehenden Arbeiten die Nischen entsprechend zu schützen.“ Sollten im Tunnel dennoch Fledermäuse zu Schaden gekommen sein, sei das, so Eckermann, „höchst bedauerlich.“

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