Ärzte wollten den junge Tumorpatienten Adel (22) schon aufgeben, berichten seine Pfleger in Haus Hardt. Doch dann sei er aus einem komaähnlichen Zustand erwacht.

Adel Ahmad, heute 22, war mit der Diagnose eines seltenen bösartigen Tumors ins Pflegezentrum Haus Hardt gekommen und in einem komaähnlichen Zustand, wie seine Pfleger berichten. Nun gehe es ihm besser.
Adel Ahmad, heute 22, war mit der Diagnose eines seltenen bösartigen Tumors ins Pflegezentrum Haus Hardt gekommen und in einem komaähnlichen Zustand, wie seine Pfleger berichten. Nun gehe es ihm besser.

Adel Ahmad, heute 22, war mit der Diagnose eines seltenen bösartigen Tumors ins Pflegezentrum Haus Hardt gekommen und in einem komaähnlichen Zustand, wie seine Pfleger berichten. Nun gehe es ihm besser.

Stefan Fries

Adel Ahmad, heute 22, war mit der Diagnose eines seltenen bösartigen Tumors ins Pflegezentrum Haus Hardt gekommen und in einem komaähnlichen Zustand, wie seine Pfleger berichten. Nun gehe es ihm besser.

Wuppertal. Ein wenig ungelenk ist er noch, strahlt aber über das ganze Gesicht. Adel, 22, freut sich über den Empfang zu seinen Ehren: „Ich habe doch gar nichts gemacht“, sagt er, „ich bin doch nur aufgestanden.“

„Nur’ ist gut“, finden seine ehemaligen Betreuer in Haus Hardt: Dem Personal des Pflegezentrums für neurologisch erkrankte Menschen mit Schwerpunkt Wachkoma kommt es vor wie ein Wunder, dass ihr ehemaliger Schützling allein stehen, gehen und sprechen kann.

Diagnose: „Ein seltener bösartiger Tumor“

„Es ist so wunderbar, dass wir Dich kennenlernen durften“, sagte Pflegedienstleiterin Hyrije Jellinghaus bei der Party anlässlich der Genesung des jungen Wuppertalers mit irakischen Wurzeln – der so viele Monate ihr schwerstpflegebedürftiger Patient gewesen sei: „Adel ist im Oktober 2013 mit der Diagnose eines seltenen, bösartigen Hirntumors zu uns gekommen“, berichtet Jellinghaus, „sein Zustand war zu dem Zeitpunkt kritisch und die Prognose der Genesung schlecht. Er war in einem komaähnlichen Zustand und hat kaum Reaktion gezeigt.“

„Ich habe von all dem gar nichts mitbekommen“, sagt Adel. Das Sprechen macht noch etwas Mühe, ansonsten ist dem jungen Mann aber kaum anzumerken, dass Ärzte vor mehr als einem Jahr offenbar keine große Hoffnung auf eine Besserung seines Zustandes hatten.

„Weder die Angehörigen noch wir wollten ihn aufgeben.“

                                            Hyrije Jellinghaus, Haus Hardt

„Sie haben gesagt, sie können den Tumor nicht entfernen“, sagt Adel. Und so kam er nach fast eineinhalb Jahren Krankheit, Klinikaufenthalten, Chemotherapie und Bestrahlung zu seiner vermeintlich letzten Station ins Haus Hardt. „Doch weder die Angehörigen noch wir wollten ihn aufgeben“, sagt Hyrije Jellinghaus. „Oft waren wir verzweifelt über den Allgemeinzustand, wollten aber trotzdem nie aufhören, an ihn zu glauben.“ Deshalb wollte man Adel eine aktivierende Pflege zukommen lassen – statt sich auf Sterbegebleitung einzustellen.

Und tatsächlich habe der junge Patient erste Reaktionen auf Ansprache gezeigt, sagt Jellinghaus, habe zunächst ein Auge geöffnet, dann Finger bewegt. „Und schließlich, nach sechs Monaten, durfte ich Zeuge des Wunders sein“, sagt Jellinghaus: „Ich hatte damals Nachtdienst und habe Adel versorgt. Als ich fertig war, sagte er ’danke, das ist ja lieb von dir.“

Die Freude war groß – vor allem bei Eltern und Geschwistern vom Ölberg, die 2002 nach Deutschland gekommen sind. „Von Tag zu Tag stabilisierte sich sein Zustand“, sagt Jellinghaus, „dann folgte das Stehen und Gehen.“ Mittlerweile lebt Adel wieder bei seiner Familie. „Es geht mir gut“, sagt er. Warum die Krankheit offenbar zum Stillstand gekommen ist, „das weiß keiner“, sagt Hyrije Jellinghaus. Doch die intensive Pflege hat aus ihrer Sicht viel bewirkt. Adel will nun bald ein ganz normales Leben führen und vielleicht sogar eine Berufsausbildung machen. Er umarmt seine Pfleger: „Danke an Euch, ihr habt mir so sehr geholfen.“

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