Rechtsanwalt kündigt Beschwerde ein. Todesursache trotz dreier Gutachten nicht zu klären.

Freibad Neuenhof, ertrunkener Junge
Unfallort Neuenhof: In dem beliebten Schwimmbad unterhalb der Müllverbrennungsanlage auf Küllenhahn war am 6. Juli 2009 nachmittags nur noch die Polizei am Becken. Kurz zuvor war ein sieben Jahre alter Junge im Nichtschwimmerbereich leblos geborgen worden.

Unfallort Neuenhof: In dem beliebten Schwimmbad unterhalb der Müllverbrennungsanlage auf Küllenhahn war am 6. Juli 2009 nachmittags nur noch die Polizei am Becken. Kurz zuvor war ein sieben Jahre alter Junge im Nichtschwimmerbereich leblos geborgen worden.

Archiv-Foto: Wolfgang Westerholz

Unfallort Neuenhof: In dem beliebten Schwimmbad unterhalb der Müllverbrennungsanlage auf Küllenhahn war am 6. Juli 2009 nachmittags nur noch die Polizei am Becken. Kurz zuvor war ein sieben Jahre alter Junge im Nichtschwimmerbereich leblos geborgen worden.

Wuppertal. Im Fall des am 6. Juli 2009 im Freibad Neuenhof verunglückten 7-Jährigen aus Velbert hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Eine Anklage wird es nicht geben. Wie berichtet, war gegen die damalige Bad-Aufsicht – eine ausgebildete Rettungsschwimmerin – und die beiden Betreuer der zwölfköpfigen Schülergruppe aus Velbert ein Verfahren geführt worden.

Den beiden Männern – es handelt es sich um einen erfahrenen Schwimmlehrer und einen ehemaligen Fußballer des WSV – und der damaligen Schwimm-Aufsicht sei kein Verschulden nachweisbar, hieß es gestern seitens der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler verweisen unter anderem auf eine lange Liste von Zeugen. Demnach seien die Kinder nicht allein im Wasser gewesen.

Eine Zeugin soll ausgesagt haben, dass das spätere Todesopfer kinderübliche Luftanhalte-Spiele gemacht habe. Möglicherweise sei deshalb zu spät aufgefallen, dass der Junge leblos unter Wasser trieb. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 1,24  Meter große 7-Jährige im Nichtschwimmer-Bereich bei einer Tiefe von 95 Zentimetern maximal zwei Minuten unter Wasser war.

Auch die Ermittlungen gegen den Verein als Betreiber des Schwimmbades wurden eingestellt. Den Verantwortlichen sein kein Organisationsverschulden vorzuwerfen. An jenem Juni-Tag sei genug rettungsfähiges Personal vor Ort gewesen. Als einzige Beschuldigte hatte die damalige Schwimmaufsicht – eine gelernte Rettungsschwimmerin – eine Aussage gemacht. Sie sei zum Zeitpunkt des Unglücks an der Kasse gewesen. Die Staatsanwaltschaft verweist darauf, dass die junge Frau von dort aus freie Sicht auf das komplette Schwimmbad samt Nichtschwimmer-Bereich gehabt habe.

Der Anwalt der Opfer-Familie kritisierte gestern die Einstellung des Verfahrens. Der Fall müsse gerichtlich geklärt werden. Er werde Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft einlegen um eine Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen. Die genaue Todesursache konnte trotz dreier Gutachten nicht geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hält Tod durch Ertrinken für die wahrscheinlichste Variante.

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