Die Tochter (11) des Paares war nicht am Tatort. Der Vater wollte sich das Leben nehmen, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

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Festnahme am Höchsten: Die Polizei brachte den mutmaßlichen Todesschützen ins Krankenhaus. Der Mann soll versucht haben, sich mit einem Kopfschuss zu töten.

Festnahme am Höchsten: Die Polizei brachte den mutmaßlichen Todesschützen ins Krankenhaus. Der Mann soll versucht haben, sich mit einem Kopfschuss zu töten.

Wolfgang Westerholz

Festnahme am Höchsten: Die Polizei brachte den mutmaßlichen Todesschützen ins Krankenhaus. Der Mann soll versucht haben, sich mit einem Kopfschuss zu töten.

Elberfeld. Bis zum 7. Oktober lebten die türkischen Eheleute unter einem Dach in Wuppertal. Dann die Trennung: Die Frau zog am Höchsten in eine Wohnung im zweiten Stock. Und sie nahm die Tochter(11) mit. Seit gestern Mittag ist das Mädchen Halbwaise. Für die Kripo gibt es kaum noch einen Zweifel: Ihr Vater (42) hat gestern Mittag um 13.30 Uhr die Mutter (47) des gemeinsamen Kindes erschossen.

"Der Mann hatte die Waffe noch in der Hand, hat sich aber widerstandslos festnehmen lassen."

Ein Polizei-Sprecher

Unmittelbar nach der Tat hat der Mann offenbar Verwandte angerufen. Die wiederum alarmierten die Feuerwehr. Die schaltete umgehend die Polizei ein. Als die an der Wohnungstür am Höchsten klingelte, öffnete der 42-Jährige. Er soll die Tatwaffe noch in der Hand gehalten haben. Einen Angriff auf die Polizei hat es aber offenbar nicht gegeben. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen und fesseln lassen. Die Waffe wurde sichergestellt.

Im Wohnzimmer lag das leblose Opfer auf dem Sofa. Ein Notarzt war vor Ort. Doch für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Von wievielen Schüssen die 47-Jährige getroffen wurde, ließ die Kripo gestern offen - aus ermittlungstaktischen Gründen. Es dürfte aber sicher sein, dass mindestens zwei Schüsse fielen. Laut Kripo hat der 42-Jährige versucht, sich mit einem Kopfschuss das Leben zu nehmen. Mit einer blutenden Wunde an der rechten Schläfe wurde er von der Polizei zu einem Rettungswagen und dann umgehend ins Krankenhaus gebracht. Dort wird er bewacht. Lebensgefahr bestehe nicht, hieß es gestern. Der Tatverdächtige sei jedoch noch nicht vernehmungsfähig.

Opferschutz der Polizei kümmert sich um die Tochter des Paares

Was zwischen den Eltern vorgefallen ist, bevor die Schüsse am Höchsten fielen, ist offen. Die Kripo vernahm gestern bereits erste Zeugen. Laut Polizei gab es vor und nach der Trennung keine Einsätze wegen häuslicher Gewalt. Auch sei der 42-Jährige - er hat ebenfalls in Elberfeld eine Wohnung - nie wegen anderer Gewalttaten aufgefallen.

Offenbar war außer den Eheleuten niemand in der Wohnung. Die Tochter des Paares war zum Tatzeitpunkt noch in der Schule. Der Opferschutz der Polizei kümmerte sich um das Kind. Es wurde anschließend bei Verwandten in Wuppertal untergebracht.

Laut Kriminalpolizei wohnte die 47-Jährige mit ihrer Tochter in einer rückwärtigen Wohnung im zweiten Obergeschoss. In dem fünfgeschossigen Mehrfamilienhaus leben 22 Parteien unterschiedlichster Nationalität. Kommentar einer älteren Nachbarin: "Da ist immer irgendwas los."

Unmittelbar nach den Schüssen, machte die Polizei die Straße komplett dicht. Erst nach einer Dreiviertelstunde kamen wieder Autos durch. Nur der Bereich unmittelbar vor dem Mehrfamilienhaus, in dem die 47-Jährige mit ihrer Tochter wohnte, blieb bis zum späten Nachmittag gesperrt.

Ihren Vater wird das Mädchen vorerst nicht wiedersehen. Sobald es der Gesundheitszustand des Mannes zulässt, wird er aller Voraussicht nach den Gang in die Untersuchungshaft antreten müssen. Den entsprechenden Haftbefehl wollen die Fahnder schnellstmöglich beantragen. Die Ermittlungen dauern an.

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