Achim Müller (72) war 25 Jahre lang Fahrlehrer-Chef - und spricht Klartext.

Wuppertal. 25 Jahre lang war er Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Nordrhein im Bezirk Bergisches Land - und er gehört mit 72 Lebensjahren mittlerweile selbst zu den Senioren am Steuer: Im Gespräch mit der WZ gibt es von Achim Müller Klartext, wenn es um ältere Fahrer geht.

Der Wuppertaler warnt vor einer pauschalen Beurteilung all jener, die im Alter Auto fahren und mobil sein müssen. "Wer über 40 Jahre alt ist und regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung geht, sollte als Autofahrer in der Lage sein, regelmäßig zum Augenarzt zu gehen."

Oft hilft ein kleineres Auto schon weiter 

Gefragt seien auch die Familienangehörigen und Partner älterer Fahrerinnen und Fahrer - wenn es darum geht, sie zur unverbindlichen Kontroll-Untersuchung im Sinne der eigenen Sicherheit zu bewegen. "Oft liegt es aber einfach nur am falschen Auto, für das sich ältere Fahrer entscheiden", fügt Müller hinzu. In manchen Fällen helfe ein kleineres und damit übersichtlicheres Auto, um im Verkehr besser zurecht zu kommen und auch ärgerliche Alltagsunfälle - etwa beim Einparken - zu vermeiden.

Hinzu komme, dass sich manche Senioren für einen Automatik-Wagen entscheiden, weil sie denken, dass sich dieser einfacher manövrieren lässt und alle Probleme löst. Dieser Irrglaube führe immer wieder zu schweren Unfällen - etwa im Parkhaus, "wenn die Leute plötzlich vom Gas nicht mehr runterkommen."

Bei einer Fahrschul-Fahrt kann die eigene Fahrweise überprüft werden 

Wer sich im Alter im Straßenverkehr überfordert fühlt, könne zum einen bei einer Fahrschul-Fahrt zwanglos die eigene Fahrweise überprüfen lassen - oder im Zweifelsfall darüber nachdenken, etwa bei der Fahrt zum Einkaufen eine alternative Fahrstrecke zu wählen, die mit weniger Stress verbunden und übersichtlicher ist. "Auch wenn das mal mit einem Umweg verbunden ist." Am Alter allein lasse sich die Fahrtauglichkeit jedenfalls nicht ableiten.

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