Tim Kamrad ist erst 19 Jahre alt und gilt bereits als Nachwuchshoffnung in der Popmusik. Seine erste CD hat er selbst finanziert. In diesem Monat spielt er in Köln, Dortmund und Münster.

Tim Kamrad ist erst 19 Jahre alt und gilt bereits als Nachwuchshoffnung in der Popmusik. Seine erste CD hat er selbst finanziert. In diesem Monat spielt er in Köln, Dortmund und Münster.
Tim Kamrad hat seine erste CD aufgenommen und spielt in diesem Monat gleich mehrere Konzerte.

Tim Kamrad hat seine erste CD aufgenommen und spielt in diesem Monat gleich mehrere Konzerte.

Martin Gandig

Tim Kamrad hat seine erste CD aufgenommen und spielt in diesem Monat gleich mehrere Konzerte.

Wuppertal. Dieser junge Mann braucht nicht viel auf der Bühne. Er selbst, eine Gitarre und vielleicht noch dieses kleine Gerät, Loop-Station genannt, mit dem man Sounds aufnehmen und in Dauerschleife abspielen kann. Das war’s. Und dennoch hat man das Gefühl, dass dort ein Großer steht oder zumindest ein solcher, der ein Großer werden kann.

Tim Kamrad, 19 Jahre alt und gebürtiger Wuppertaler. Vor kurzem hat er seine erste EP „Changes“ veröffentlicht, sechs Lieder sind darauf zu hören. „Aufgenommen haben wir 14 Songs. Aber einige waren nicht mehr das, wofür meine Musik stehen soll. Da hätte ich noch nacharbeiten müssen“, sagt Kamrad. Und so entschied er sich dazu, nur einen „kleinen Vorgeschmack“ zu zeigen. Und hofft, die Menschen so einfacher an seine Musik führen zu können.

Seine Musik ist Popmusik. Mit Einflüssen aus den 70ern. Mitunter inspiriert von seiner Lieblingsband, den Beatles. Sehr gitarrenlastig und mit einer Stimme, die sowohl in Höhen und Tiefen kraftvoll erklingt. Kein Wunder: „Die erste Gitarre habe ich mit fünf Jahren in den Händen gehalten. Ich habe oft mit meinem Vater zusammen gespielt. Heute spiele ich zumeist auf einer E-Gitarre aus den 70ern von meinem Onkel.“ Die ersten Gesangsversuche unternahm er in der Grundschule.

„Mit englischer Musik kommt man derzeit als deutscher Musiker nicht weit.“

Tim Kamrad

Und wie kam es zum Entschluss Profi-Musiker zu werden? „Angefangen hat alles mit einem Geschenk“, erklärt das Talent. „Vor ein paar Jahren durfte ich in einem Tonstudio ein paar Aufnahmen machen.“ Die Ergebnisse seien aber alles andere als gut gewesen.

Sein Ziel hat er seitdem nicht aus den Augen verloren. Stück für Stück kaufte er sich erst seine eigene Ausrüstung zusammen. Nahm schließlich seine Lieder auf. „Und dann begann die richtig anstrengende Arbeit“, berichtet Kamrad. Klinkenputzen war angesagt. Bei Labeln anfragen, bei PR-Agenturen anklopfen. „Doch mit englischer Musik kommt man derzeit als deutscher Musiker nicht weit“, bilanziert Kamrad. Vertreiben wollte ihn keines der Labels. Und so wählte Kamrad den Weg über Rent A Recordcompany. Eine Plattform, die Labels sucht, die den Künstler doch betreuen - gegen Geld. Kamrad musste auch hier noch einmal in die Tasche greifen. So ist das, wenn man Großes erreichen will.

Der vermeintlich einfachere Weg über eine Castingshow kam für den 19-jährigen Popmusiker nicht infrage. „Das wäre nur bis zu dem Zeitpunkt einfacher, bis man bekannt geworden ist“, ist sich Kamrad sicher. Danach beginne der Kampf erst richtig. Einen kleinen Eindruck davon hat Kamrad schon gewonnen. Durch den langen Weg bis zur Veröffentlichung seiner ersten sechs Lieder habe er einen „guten Eindruck von der Branche“ gewinnen können.

Ebenso wie auf der ersten Tour. Im vergangenen Jahr spielte er als Support der Band Lions Head. Die Australier schafften mit „When I Wake Up“ auch erst 2016 den Durchbruch in Deutschland. „Das war schon eine tolle Erfahrung mit der Band zu touren.“

In ganz Deutschland unterwegs

Zuvor habe es kleine Soloauftritte gegeben, aber das sei nicht zu vergleichen. „Es macht einfach Spaß, mit den Jungs über typischen Musikerkram sprechen zu können. Selbst, wenn es nur um Technik geht“, sagt Kamrad und lacht. Jedenfalls hat das Zusammenleben auf Zeit so gut geklappt, dass es im März eine Fortsetzung geben wird (siehe Infokasten).

Dafür macht sich Tim Kamrad aktuell schon einmal warm. Er ist in ganz Deutschland unterwegs, um seine Musik bei Radio- und Fernsehsendern vorzustellen. Erst kürzlich war er im ARD-Morgenmagazin zu sehen. Sein erster Live-Auftritt im TV. „Ein großartiges Gefühl“, beschreibt er diese Erfahrung. Ganz allein stand er da auf der Bühne. Er und seine Gitarre. Und das kleine Gerät - kurz Loop-Station genannt.

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