Mitarbeiter des Jobcenters müssen sich auf Veränderungen einstellen und auch in Zukunft flexibel sein.

Mitarbeiter des Jobcenters müssen sich auf Veränderungen einstellen und auch in Zukunft flexibel sein.
Die Lahnstraße ist nur eine Zwischenstation. Archiv

Die Lahnstraße ist nur eine Zwischenstation. Archiv

S. Fries

Die Lahnstraße ist nur eine Zwischenstation. Archiv

Wuppertal. Im Unternehmen Jobcenter ist derzeit einiges im Umbruch. Aus dem ehemaligen Finanzamt an der Lahnstraße sind die Mitarbeiter der Geschäftsstelle vier vor anderthalb Jahren ausgezogen. Das Gebäude ist inzwischen in Privatbesitz – und seit einem halben Jahr belegt das Jobcenter dort auch wieder zwei Etagen. „Die Abteilungen Heranziehung und Rückforderung haben dort ihre Arbeit aufgenommen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Lenz.

Gerüchten, das Unternehmen residiere dort ohne Mietvertrag, tritt er entschieden entgegen. „Wir sind keine Hausbesetzer. Das ist alles ganz legal. Wir haben einen gültigen Vertrag und zahlen auch Miete.“ Er könne sich auch keinen Immobilienbesitzer vorstellen, der so sozial eingestellt sei, um das Jobcenter kostenlos zu beherbergen. „Über solches Gerede kann ich nur den Kopf schütteln.“ Dennoch ist der Standort erneut nur eine Übergangslösung. „Ende nächsten Jahres zieht die Abteilung Rückforderung zu unserem neuen Standort nach Barmen, da für das Gebäude eine neue Nutzung geplant ist“, berichtet Thomas Lenz.

Auch die Mitarbeiter in Vohwinkel müssen umziehen

Die Mitarbeiter in Vohwinkel müssen ebenfalls die Kisten packen. Sie arbeiten künftig nicht mehr an der Cornelius-, sondern an der Vohwinkeler Straße. „Das Gebäude, in dem früher die Sparkasse untergebracht war, wird für unsere Geschäftsstelle Vermittlung und Integration umgebaut. Der Vertrag ist bereits unterschrieben“, betont Thomas Lenz.

Veränderungen sind auch für die Zentrale Beratungsstelle für Flüchtlinge geplant. Sie ist ab Mitte Januar im neuen Haus der Integration in der Wicküler City an der Bundesallee untergebracht. „Wenn der Umzug aus der Neumarktstraße abgeschlossen ist, bauen wir die Geschäftsstelle im Wuppertaler Hof um.“ Dort soll der neue Eingangsbereich mehr Komfort für Kunden und Mitarbeiter bringen.

Die Veränderungen bezeichnet Thomas Lenz als unvermeidlich. „Das ist wie bei jeder großen Firma, die rasant wächst. Wir haben 2005 mit 200 Mitarbeitern angefangen, inzwischen beschäftigen wir 700 Leute.“ Für sie bedeuteten die vielen Umzüge viel Unruhe, räumt Sozialdezernent Stefan Kühn ein, der gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsrates ist. „Dennoch ist das absolut nötig und es lohnt sich auch. Auf dem Luhns-Gelände sind wunderbare Räume für Kunden und Mitarbeiter entstanden.“ Das Problem mit dem Veilchenduft werde sich auch noch regeln.

„Die Zentrale Beratungsstelle für Flüchtlinge mussten wir 2015 ganz kurzfristig aus dem Boden stampfen. Sie ist jedoch im Haus der Integration weitaus besser angesiedelt.“ In Vohwinkel reiche der Platz schon länger nicht mehr aus und unzumutbare Räume führten langfristig zu Unmut bei allen Beteiligten. „Natürlich ist das alles mit Kosten verbunden, doch ich sehe dazu keine Alternative.“

Durchschnittlich investiere das Jobcenter im Jahr eine Million Euro in Umbauten. „Das Geld fließt allerdings ausschließlich in die Innenausstattung, denn da wir mit einer Ausnahme nur private Gebäude angemietet haben, übernehmen die Immobilienbesitzer die nötigen Umbauten“, sagt Thomas Lenz. Er kann nicht ausschließen, dass die häufigen Standortwechsel sich nicht auch in Zukunft fortsetzen. „Der Gesetzgeber ist sehr fantasievoll und solange wir ständig neue Aufgaben bekommen, ist das notwendig.“

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