Wie aus dem illegalen Ausflug von zwei jungen Wuppertalern und einer 17-Jährigen ein Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr wurde.

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Rettung per Schlauchboot: Ein Feuerwehrmann hilft der mit einem sommerlichen Oberteil bekleideten 17-Jährigen beim Ausstieg aus dem Rettungsboot. Ihre beiden Begleiter hatten am Montagmorgen gegen 5.20Uhr nach einer missglückten und illegalen Klettertour im ehemaligen Steinbruch Schickenberg (Dornap) per Handy die Feuerwehr alarmiert.

Rettung per Schlauchboot: Ein Feuerwehrmann hilft der mit einem sommerlichen Oberteil bekleideten 17-Jährigen beim Ausstieg aus dem Rettungsboot. Ihre beiden Begleiter hatten am Montagmorgen gegen 5.20Uhr nach einer missglückten und illegalen Klettertour im ehemaligen Steinbruch Schickenberg (Dornap) per Handy die Feuerwehr alarmiert.

Wolfgang Westerholz

Rettung per Schlauchboot: Ein Feuerwehrmann hilft der mit einem sommerlichen Oberteil bekleideten 17-Jährigen beim Ausstieg aus dem Rettungsboot. Ihre beiden Begleiter hatten am Montagmorgen gegen 5.20Uhr nach einer missglückten und illegalen Klettertour im ehemaligen Steinbruch Schickenberg (Dornap) per Handy die Feuerwehr alarmiert.

Dornap. Es sollte ein prickelnder Ausflug vom Alltag sein. Er endete am Montagmorgen in einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Um 5.20 Uhr meldete sich ein Mann per Notruf. Man stecke auf einem Felsplateau mitten in einer Steilwand in einem ehemaligen Steinbruch in Dornap fest. Wenig später starteten mehrere Streifenwagen, ein Polizei-Hubschrauber und ein Großaufgebot der Feuerwehr Richtung Saurenhaus.

Per Handy-Ortung wurden die drei Kletterer - zwei 20 und 23 Jahre alte Männer und eine 17-Jährige - gefunden. Im Schlauchboot setzte die Feuerwehr im Ex-Steinbruch Schickenberg über das etwa 500 Meter breite Gewässer. Auch von oben kam Hilfe: Als die Höhenretter der Wuppertaler Feuerwehr jenes Plateau erreichten, trauten sie allerdings erst ihren Augen nicht: Die junge Frau trug als Oberbekleidung lediglich ein sommerliches Top. Klar zu wenig, um die kalte Nacht im Dauerregen zu überstehen.

Beim Abseilen von der 50 Meter hohen Steilwand verletzt

Das Trio war offenbar schon Sonntagabend zum Steinbruch gekommen. Laut Polizei haben die drei auf ihrer illegalen Tour zuvor einen Zaun zerschnitten und ein Schloss geknackt. Dann sollen sie eine etwa 50 Meter hohe Steilwand herunter geklettert sein. Ob an einem mitgebrachten Seil oder an Stahldrähten, die Felsstürze verhindern sollen, ist noch offen.

Ziel des Trios war jenes Plateau. Dort sollte wohl nett gegrillt werden. Daraus wurde nichts. Als einer der Männer (20) von oben seinem Bekannten (23) einen Rucksack mit Proviant zuwarf, verletzte sich der Fänger an der Hand. Ein schwerwiegendes Handicap: Als in der Nacht der große Regen kam, war der Rückweg jedenfalls unmöglich. Zumal es so gut wie keinen Schutz vor dem schlechten Wetter gab. Laut Polizei hatten die drei Wuppertaler kein Zelt oder ähnliches dabei.

Kosten für die Rettung: Ein hoher vierstelliger Euro-Betrag

Am Ende blieb da wohl nur noch der Notruf. Die Retter erreichten das Plateau, führten die Kletterer ans Wasser, wo sie per Rettungsboot ans sichere Ufer gebracht wurden. Die junge Frau soll unterkühlt gewesen sein. Doch das ist wahrscheinlich harmlos gegen das, was den Dreien jetzt noch bevorsteht.

Bis 1984 wurde im Steinbruch Schickenberg Kalk abgebaut. Das Gelände wird noch immer von der Firma Rhein-Kalk in Wülfrath genutzt: Als eine Art Recyclingbecken für Wasser, das beim Auswaschen von Kalk verwendet wurde. Das Gelände ist von der Straße aus nicht einsehbar und durch Zäune beziehungsweise Tore rundherum gesichert.

Das Unternehmen Rhein-Kalk - es ist Eigentümer und Nutzer des Geländes - hat angekündigt, Anzeige wegen Hausfriedensbruchs zu erstatten. Firmen-Sprecher Peter-Josef Müllenborn zur WZ: "Das Gelände ist aus gutem Grund eingezäunt. Kletterpartien dort sind lebensgefährlich." Und Feuerwehr und Polizei lassen verlauten, dass den drei jungen Wuppertalern die Kosten für den Großeinsatz in Dornap in Rechnung gestellt werden - das Ganze dürfte sich auf einen vierstelligen Betrag summieren.

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