Wuppertaler Geschichts-Fans konnten sich in den Haspelhäusern über die Dokumente aus sieben Jahrhunderten informieren.

Führung
Archiv-Mitarbeiter Peter Elsner (vorn links) führte am Wochenende Besucher durch das Stadtarchiv. Insbesondere für Ahnenforscher, aber natürlich auch für Wissenschaftler sind die Bestände eine Fundgrube.

Archiv-Mitarbeiter Peter Elsner (vorn links) führte am Wochenende Besucher durch das Stadtarchiv. Insbesondere für Ahnenforscher, aber natürlich auch für Wissenschaftler sind die Bestände eine Fundgrube.

Andreas Fischer

Archiv-Mitarbeiter Peter Elsner (vorn links) führte am Wochenende Besucher durch das Stadtarchiv. Insbesondere für Ahnenforscher, aber natürlich auch für Wissenschaftler sind die Bestände eine Fundgrube.

Wuppertal. Drei Kilometer, verteilt auf vier Etagen. Der Regalbestand des Stadtarchivs am Haspel ist beeindruckend – könnte aber noch gewichtiger sein, wenn der Krieg nicht schmerzliche Lücken gerissen hätte. Am Samstag gewährte das Haus am Haspel zum bundesweiten Tag der Archive den Bürgern Zutritt außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Die sind wegen Personalmangels derzeit auf die Dienstage und Donnerstage beschränkt.

Bis zu 200 Besucher monatlich stöbern in den Archivalien

Zwischen wohlsortierten Zeitungen und Akten steht Peter Elsner, der seit 25 Jahren im Archiv beschäftigt ist und sich soeben über eine aktuelle Meldung freut: „Seit dieser Woche sind wir offiziell schimmelfrei“ (siehe Kasten). Diese Tatsache dürfte auch die Besucher beruhigen, die den Tag der Archive für einen Blick hinter die Kulissen nutzen.

Zugänglich sind ausnahmsweise auch Räume, die den regelmäßigen Nutzern normalerweise verschlossen bleiben. Etwa 150 bis 200 Leute schauen monatlich vorbei, um in alten Dokumenten zu stöbern. Auch auswärtige Gäste finden sich ein. Bärbel Schmidt aus Langerfeld hat indessen noch nie einen Blick in das Haus geworfen. „Wenn man fremde Städte besucht, schaut man sich so viel an, aber die eigene Stadt kennt man gar nicht so gut“, stellt sie fest. Sie sei durch die Zeitung auf den Tag aufmerksam geworden, nun treibe die Neugier sie.

Familienforschung sei ein Thema, das sie interessiere. Das erklärt, warum sie bereits in ein Gespräch mit Harald Ibach vertieft ist. Als 2. Vorsitzender des Bergischen Vereins für Familienkunde ist Ibach in Familienangelegenheiten äußerst versiert. An jedem ersten und dritten Mittwoch eines Monats erhält der Verein außerhalb der Öffnungszeiten Zugang zu den Urkunden im Stadtarchiv. Davon könne jeder profitieren, der einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 15 Euro zahle.

Die Suche nach den Spuren der eigenen Familie ist aber nur ein kleiner Bereich dessen, was Besucher des Hauses recherchieren. Ein Schwerpunkt liegt naturgemäß dort, wo die Stärken des Wuppertaler Stadtarchivs zu finden sind. Dazu zählt laut Elsner der ungewöhnlich hohe Bestand an Wiedergutmachungsakten.

Verschimmelte Aktenbestände machten dem Archiv im vergangenen Jahr zu schaffen: Wegen der Belastung mussten sogar Räume gesperrt werden. Inzwischen bescheinigt ein neues Gutachten dem Archiv wieder unbedenkliche Raumluft. fl

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