Susanne Abbrederis, Dramaturgin aus Wien, hat sich gegen 50 Bewerber durchgesetzt. Sie wird im Sommer 2014 Schauspiel-Chefin.

Susanne Abbrederis freut sich auf ihr Engagement in Wuppertal. Die Stadt kennt sie aus ihrer Zeit als Dramaturgin am Schauspiel Essen. Dort war sie acht Spielzeiten lang tätig.
Susanne Abbrederis freut sich auf ihr Engagement in Wuppertal. Die Stadt kennt sie aus ihrer Zeit als Dramaturgin am Schauspiel Essen. Dort war sie acht Spielzeiten lang tätig.

Susanne Abbrederis freut sich auf ihr Engagement in Wuppertal. Die Stadt kennt sie aus ihrer Zeit als Dramaturgin am Schauspiel Essen. Dort war sie acht Spielzeiten lang tätig.

Fischer, A. (f22)

Susanne Abbrederis freut sich auf ihr Engagement in Wuppertal. Die Stadt kennt sie aus ihrer Zeit als Dramaturgin am Schauspiel Essen. Dort war sie acht Spielzeiten lang tätig.

Wuppertal. Susanne Abbrederis hat das Rennen um die Nachfolge von Christian von Treskow gemacht und wird ab der Spielzeit 2014/2015 Schauspielchefin an den Wuppertaler Bühnen. Am Freitagabend um 18 Uhr präsentierte Oberbürgermeister Peter Jung die Wunschkandidatin der Findungskommission, die bereits vom Aufsichtsrat einstimmig bestätigt worden ist.

Den Ausschlag für die 1953 in Bregenz geborene Susanne Abbrederis dürfte ihre große Erfahrung in der Funktion als Dramaturgin an zahlreichen Bühnen gemacht haben. Zudem präsentierte sie sich bei ihrer Vorstellung im Opernhaus als ein Mensch, dem es schnell gelingt, andere für sich zu begeistern. „Sie werden feststellen, dass sie ein gewinnender Mensch ist“, kündigte sie Peter Jung treffend an.

Keine vollmundigen Ankündigungen

Susanne Abbrederis stand noch unter dem Eindruck einer spannenden Entscheidungsphase. Zwei Frauen gingen als Kandidatinnen in die Endausscheidung, insgesamt hatten sich 50 Bewerber gemeldet. Erst eine halbe Stunde vor ihrer Präsentation hatte sie erfahren, dass die Wahl auf sie gefallen war.

Vollmundige Ankündigungen wollte sie kurz nach ihrer Wahl nicht abgeben. Deutlich machte sie allerdings, dass sie ihre persönlichen Stärken weniger als Regisseurin sieht, sondern – wie auch von der Findungskommission gewünscht – als Dramaturgin, die Dinge zusammenführt und sich mehr auf die Leitung und die Spielorte, das Opernhaus und die neue kleine Bühne, konzentriert.

Die Sparzwänge werden offen angesprochen

„Man kann gar nicht hoch genug bewerten, dass sich eine Stadt in dieser prekären finanziellen Situation ein Theater leistet und eine neue Bühne baut“, sagte Susanne Abbrederis. Für die große Bühne im Opernhaus denkt sie über zwei Produktionen im Jahr nach, eventuell große Familienstücke wie „In 80 Tagen um die Welt“. Die geplante kleine Bühne will sie vielfältig nutzen: mit Lesungen, Liederabenden und entsprechenden Stücken. Eine weitere Idee ist es, das Treffen der deutschen Studententheater nach Wuppertal zu holen.

Ausbildung Die gebürtige Österreicherin studierte Theaterwissenschaft an der Universität in Wien und dem Queens College in New York. Im Ensembletheater in Wien begann ihre Arbeit als Dramaturgin.
Stationen Landestheater Tübingen. Theater „Die Komödianten“ in Wien. Sechs Jahre am Nationaltheater Mannheim als Dramaturgin und Produktionsleiterin, fünf Jahre am Staatstheater Stuttgart. Künstlerische Leitung der Interimsspielzeit am Schauspiel Essen. Von ihr stammen Idee und Konzeption für das Fest der Kulturen auf der Zeche Zollverein. 13 Spielzeiten am Schauspiel Essen. In Wien ist sie in der neunten Spielzeit Chefdramaturgin.
Projekte Produktionen für die Wiener Festwochen, Arbeiten für das österreichische Fernsehen. Lesereihen, Veranstaltungen zum Gedenken an die Reichspogromnacht.

Am 18. April wird sie sich im Kulturausschuss vorstellen. Nach welchem Zeitplan ihr Wechsel nach Wuppertal abläuft, steht noch nicht fest. Zunächst warten auf sie im Volkstheater Wien Aufgaben der laufenden Saison.

Noch während Susanne Abbbrederis erste Interviews gab, kam Christian von Treskow zufällig die Treppe zum Foyer hinunter. Eine bühnenreife Szene, denn nun standen sich der amtierende Schauspielchef und die zukünftige Schauspielchefin unerwartet gegenüber. „Meinen herzlichen Glückwunsch“, begrüßte von Treskow die Frau, die in einem Jahr an seiner Stelle die Regie übernimmt.

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