60 Studierende werden jetzt finanziell unterstützt. Die Begabten-Förderung soll auch Wirtschaftskontakte herstellen.

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Dirk Trümmer, Elena Fischer, Jan Meyer und Tatjana Poloczek (v.l.) freuen sich über das Stipendium.

Dirk Trümmer, Elena Fischer, Jan Meyer und Tatjana Poloczek (v.l.) freuen sich über das Stipendium.

Andreas Fischer

Dirk Trümmer, Elena Fischer, Jan Meyer und Tatjana Poloczek (v.l.) freuen sich über das Stipendium.

Wuppertal. Es war ihre Mutter, die den Aufruf zum Stipendium in der Zeitung entdeckte. Tatjana Poloczek (21), Germanistik- und Kunststudentin an der Bergischen Uni im ersten Semester, bewarb sich - und jubelte, als vier Wochen später die Zusage ins Haus flatterte. Die gebürtige Kölnerin erhält nun jeden Monat Geld für ihr Bachelor-Studium. "Ein Riesenvorteil", freut sie sich, "denn bei dem straffen Stundenplan ist es schwierig, nebenbei zu arbeiten. Jetzt muss ich mir keinen Nebenjob mehr suchen - das ist echter Luxus."

Die Studierenden sollen Kontakte zu ihren Förderern knüpfen

Tatjana Poloczek ist eine von 60 in Wuppertal Studierenden, die seit diesem Semester am neuen NRW-Stipendienprogramm teilnehmen. Studienanfänger und "alte Hörsaal-Hasen", die besonders gute Leistungen erbringen, werden monatlich mit 300 Euro unterstützt. 150 Euro zahlt das Land, die andere Hälfte steuern private Förderer wie lokale Unternehmen bei. "Das ist neben dem Bafög eine tolle Art, jungen Menschen bei der Studienfinanzierung zu helfen", sagte NRW-Staatssekretär Michael Stückradt, der den Stipendiaten die Urkunden überreichte.

Uni-Rektor Lambert T. Koch nannte einen weiteren Vorteil: "Es soll Kontakte fördern, vor allem zu den Unternehmen, die Finanzspritzen geben. So entsteht eine Kooperation zwischen Studenten und Wirtschaft."

"Ein Vorteil im Lebenslauf."

Jan Meyer (20), Student

Auch Elena Fischer (20), Studentin der Wirtschaftswissenschaft im ersten Semester, freut sich: Sie kann nun endlich ihren Job in einer Drogerie an den Nagel hängen. "Ich war im Internet auf der Suche nach einer neuen Nebenbeschäftigung, als ich auf das Stipendium stieß", sagt die Wuppertalerin. Wie Kommilitonin Tatjana Poloczek kennt sie die Schwierigkeiten, Nebenjob und Uni unter einen Hut zu kriegen. "Viele Studenten brechen deshalb ihr Studium ab", weiß sie.

Dirk Trümmer (36) könnte seinen Masterstudium für Brandschutz-Sicherheit ohne das Stipendium nicht bewältigen. Der Diplom-Ingenieur mit Einser-Abschluss ist nebenbei selbstständig, pendelt für die Weiterbildung nach Wuppertal. "Toll, dass mir das Förderprogramm das ermöglicht", freut er sich. Stipendiums-Kollege Jan Meyer (20) ergänzt: "Es ist ein Vorteil im Lebenslauf".

Bewerben kann sich jeder, der auf seinem zuletzt ausgehändigten Zeugnis sehr gute Noten hatte. Die Förderung dauert zunächst ein Jahr, je nach Leistung des Stipendiaten länger. Das Stipendium ist NRW-weit für vier Jahre angesetzt, derzeit gibt es 1400 Stipendiaten.

An der Bergischen Uni gibt es 39 Unternehmen und Privatleute, etwa Dozenten.

60 Studierende aus sieben Fachbereichen. Ursprünglich waren nach dem Landesschlüssel nur 48 vorgesehen. Da andere Unis ihr Kontingent nicht ausschöpfen konnten, wurden es mehr.

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