Die Gebäude auf dem Grifflenberg müssen grundsaniert werden. Wie die neue Hochschule aussehen soll, hat eine Planungszelle herausgefunden.

Das Archiv-Foto zeigt den Bau der Bergischen Universität als Gesamthochschule auf dem Grifflenberg in den 70er Jahren. Das Prinzip: Hauptsache billig. Inzwischen ist die „Beton-Burg“ längst sanierungsbedürftig.
Das Archiv-Foto zeigt den Bau der Bergischen Universität als Gesamthochschule auf dem Grifflenberg in den 70er Jahren. Das Prinzip: Hauptsache billig. Inzwischen ist die „Beton-Burg“ längst sanierungsbedürftig.

Das Archiv-Foto zeigt den Bau der Bergischen Universität als Gesamthochschule auf dem Grifflenberg in den 70er Jahren. Das Prinzip: Hauptsache billig. Inzwischen ist die „Beton-Burg“ längst sanierungsbedürftig.

Das Archiv-Foto zeigt den Bau der Bergischen Universität als Gesamthochschule auf dem Grifflenberg in den 70er Jahren. Das Prinzip: Hauptsache billig. Inzwischen ist die „Beton-Burg“ längst sanierungsbedürftig.

Wuppertal. Nicht schön, aber funktional. Genau das sollte die Bergische Universität von Anfang an sein. Und das Prinzip galt in den 70er Jahren für alle übrigen neu gegründeten Hochschulen in NRW. Deshalb sehen die Betonburgen der Bildung in Bochum genau so aus wie in Siegen.

Ein Konzept von insgesamt 54 Studenten

In Wuppertal thront die Universität seit mehr als 30 Jahren Jahren auf dem Grifflenberg wie ein architektonisch missglücktes Wahrzeichen Elberfelds. "Uni-Bauten mussten seinerzeit vor allem billig sein. Wären sie es nicht gewesen, hätte Wuppertal heute keine Universität", sagte Professor Hans J. Lietzmann von der Forschungsstelle Bürgerbeteiligung der Bergischen Uni heute bei der Präsentation eines Planungszellen-Gutachtens.

Das Gutachten enthält das Konzept von 54 Studenten über deren Ansprüche an eine neue Universität, entwickelt in einem in Wuppertal erfundenen und vielfach erprobten Beteiligungsverfahren - der Planungszelle.

Die Beschäftigung mit Raum und Form der Hochschule kommt nicht von ungefähr. Die 70er-Jahre-Bauten auf dem Grifflenberg müssen in den nächsten zehn Jahren einer tiefgreifenden Sanierung unterzogen werden. Auf bis zu 200 Millionen Euro kalkuliert Uni-Kanzler Roland Kischkel die Kosten der Rundum-Erneuerung insgesamt. Grundlage ist das Hochschulsanierungsgesetz und Bauherr das Land.

Die Modernisierung soll sich aber nicht nur auf Brandschutz, Schadstoffentfernung und Fassaden-Renovierung beschränken. Es geht auch darum, die Universität als Lernort attraktiver zu machen. In einer Befragung gaben die Studenten in Wuppertal der Raumsituation an der Bergischen Uni knapp die Note 5. Abhilfe muss also dringend geschaffen werden, denn so Lietzmann: "Die Studenten verbringen viel mehr Zeit in den Räumen der Uni und stehen in dieser Zeit unter größerem Druck als noch vor Jahren."

Vom 12. bis zum 15. Oktober hatten 54 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Studenten an der Planungszelle zum Umbau der Bergischen Universität teilgenommen und mit Unterstützung von Experten das Gutachten entwickelt.

Die Planungszelle wurde Anfang der 70er Jahre an der Bergischen Universität als Instrument zur Beteiligung von Bürgern an politischen Entscheidungsprozessen entwickelt und seither vielfach national und international erfolgreich erprobt - mit Ausnahme von Wuppertal. In der Geburtsstadt der Planungszelle ist sie mit dem Gutachten zum Uni-Umbau erstmals eingesetzt worden.

Dem muss auch eine Architektur Rechnung tragen. Deshalb steht "die Erhöhung der Aufenthaltsqualität" auch ganz oben auf der Empfehlungs-Liste des Gutachtens. Dazu gehören mehr Licht und Ruhe, flexible Räume, bewegliches Mobiliar, Rückzugs- und Kommunikationsorte auf allen Ebenen, Lern-Oasen sowie mehr Farbe in den Seminarräumen.

Bis ins Detail und weit über die Architektur hinaus sind die Studenten mit ihrem Vorschlagsraster gegangen. So sehen sie Defizite zum Beispiel bei der ÖPNV-Anbindung des Grifflenbergs zu Stoßzeiten und nach Ende von Veranstaltungen. Zwar lobt die Planungszelle die Vielfalt der Informationsangebote für Studenten, kritisiert aber, dass diese oft nicht aufeinander abgestimmt seien.

Kischkel nahm heute als erster für den Umbau Verantwortlicher das 60 Seiten starke Gutachten in Empfang und nannte dies Ergebnisse der Planungszelle ein "Geschenk" für die Verwaltung. Die Empfehlungen sollen nun in den Hochschulentwicklungsplan einfließen, den Uni und Land gemeinsam verabschieden.

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