Durch den Wettbewerb „Kachelcross“ des Studiengangs Industriedesign sollen die Teilnehmer ein Verständnis dafür entwickeln, wie die Dinge funktionieren, die sie gestalten.

Bilal Hapak und Felix Heußner (r.) sind zwei der Studenten, die ihre selbst entwickelten Tauchgeräte gestern in der Wupper getestet haben.
Bilal Hapak und Felix Heußner (r.) sind zwei der Studenten, die ihre selbst entwickelten Tauchgeräte gestern in der Wupper getestet haben.

Bilal Hapak und Felix Heußner (r.) sind zwei der Studenten, die ihre selbst entwickelten Tauchgeräte gestern in der Wupper getestet haben.

Anna Schwartz

Bilal Hapak und Felix Heußner (r.) sind zwei der Studenten, die ihre selbst entwickelten Tauchgeräte gestern in der Wupper getestet haben.

Wuppertal. Ein paar Abwasserrohre, Sensoren, Reagenzgläser und der Motor aus Akkubohrmaschinen - daraus besteht größtenteils der „Deeper“ der Gruppe Rowex. Das Tauchgerät kann durch Ultraschallwellen die Unterwasserkarte darstellen und somit die Bodenbeschaffenheit feststellen, wie Bilal Hapak, ein Mitglied der Rowex sagt. Der „Deeper“ nimmt ebenfalls die Fische in seiner Umgebung auf und kann durch eine GPS Funktion lokalisiert werden - das erklärt die Gruppe in ihrem Kurzvortrag im Foyer der Junior Uni.

Fünf Teams aus dem Studiengang Industriedesign der Bergischen Universität Wuppertal hatten im Rahmen des Projekts „Stegreif entwerfen“ die Aufgabe, einen sogenannten tauchfähigen Explorer zu entwickeln. Im Kachelcross-Wettbewerb, der für den Studiengang traditionell ist, sollen sie in zwei Disziplinen konkurrieren. Zum einen gibt es pro Gruppe ein Modell, das tatsächlich die Werte der Wupper misst und filmt (Workslike-Modell) und zum anderen eines, das etwas kleiner ist und ein mögliches Serienprodukt darstellt (Lookslike-Modell).

„Es geht darum, an sich selbst zu glauben und im Team zu arbeiten“

Das Workslike-Modell soll verschiedene Parameter wie den Trübheitsfaktor, den Sauerstoffgehalt und die Temperatur messen und mit einer Unterwasserkamera den Flussverlauf und die Beschaffenheit des Grundes aufnehmen können. Zudem standen jeder Gruppe ein Budget von circa 1000 Euro zur Verfügung, das von Sponsoren finanziert ist. „Das Ziel des Projekts ist es, Design und Engineering zu verbinden“, sagt Professor Gert Trauernicht, der das Projekt betreut. So sollten die Studenten ein Grundverständnis dafür entwickeln, wie die Dinge funktionieren, die sie gestalten. So sei die Zusammenarbeit mit dem Ingenieur am Ende einfacher. Trauernicht sieht einen weiteren wichtigen Punkt: „Es geht auch darum, an sich selbst zu glauben und im Team zu arbeiten.“

Eine Herausforderung war das Projekt für die Studenten in jedem Fall. „In der Elektronik und im Aufbau lagen die größten Schwierigkeiten“, sagt Bilal Hapak. Die Gruppe Rowex erklärt in ihrem Vortrag, wie sie das Problem der starken Strömung der Wupper bekämpfen möchte: Durch die schweren Bleiakkus habe sie das Gewicht des Tauchgeräts erhöht. Passend zu ihrem Namen treten die „Wuppermarines“ im Matrosenkostüm auf. Ihr Gerät „CETO“ ist nach einem Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie benannt. Auch sie hatten es nicht immer leicht während des Projekts: Die Propeller des Workslike-Modells seien anfangs oft kaputtgegangen, doch das Problem haben sie in ihrem Lookslike-Modell aufgegriffen und die Propeller besser geschützt eingebaut.

Während die Aufgabe des Baus und Designs der Modelle von den Drittsemesterstudenten übernommen wurde, hatten die Erstsemester auch eine nette Aufgabe, um für den Kachelcross-Wettbewerb einen Beitrag zu leisten: Sie sollten Maskottchen entwerfen, die die jeweilige Gruppe symbolisch unterstützen. Meist waren die Maskottchen farblich oder thematisch auf die jeweiligen Modelle abgestimmt - so sind am Maskottchen von Rowex einige kleine Rohre zu sehen. „Auf diese Weise kommen die niedrigeren Semester mit den höheren ins Gespräch“, betont Trauernicht.

Die Sieger des Kachelcross-Wettbewerbs sind die „Wuppermarines“ mit ihrem Modell Ceto. Das Team Rowex erhält den Preis für „Genialität und Innovation“ und „Eignung für die Junior Uni“. Die Gruppe hat ein didaktisches Konzept vorgestellt, wie man das Modell am besten in die Junior Uni einbringt.

Für die Junior Uni hat das Projekt gleichermaßen Bedeutung. „Es ist eine unglaublich kreative Gruppe, und beide Seiten profitieren davon“, sagt Ernst-Andreas Ziegler, Geschäftsführer der Junior Uni. Bereits im letzten Jahr ist im Zusammenhang mit dem Projekt zum Kachelcross-Wettbewerb der Industriedesignstudenten der Kurs „Volle Power - ein Wasserrad für die Wupper“ entstanden. So soll auch im kommenden Wintersemester ein Kurs zum Thema Tauchgeräte für die Wupper angeboten werden - idealerweise von einem Projektteilnehmer, wie es sich Gert Trauernicht wünschen würde.

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