Glosse: Warum zwei Betrüger mit ihrer Masche „nur“ 200 Euro verdienten.

Stromzähler
Den Stromzähler zu drosseln ist keine gute Idee gegen zu hohe Stromkosten.

Den Stromzähler zu drosseln ist keine gute Idee gegen zu hohe Stromkosten.

dpa

Den Stromzähler zu drosseln ist keine gute Idee gegen zu hohe Stromkosten.

Wir wollen alle prima leben und Strom sparen. Doch ob Gas, Wasser oder Strom, die Zähler laufen unerbittlich. Und so freute sich ein Wuppertaler über zwei nette Männer, die ihm anboten, bei ihm im Keller den Stromzähler so zu drosseln, dass die monatliche Rechnung schrumpfe.

Umsonst ist der Tod, und ein langsamer Stromzähler in Wuppertal kostet 400  Euro, sagten die beiden Herren und durften im Keller an die Plombe des Stromzählers ran. Derweil kramte der „Kunde“ in seiner Börse, fand fort 200  Euro. „Kein Problem“, meinten die beiden Plomben-Brecher. Die 200 nehme man gern als Anzahlung, den Rest könne der „Kunde“ bei den Stadtwerken einzahlen. An dieser Stelle muss man den Auftraggeber von unlauteren Absichten freisprechen. Und selbst die beiden Betrüger ahnten wohl nicht, dass der Mann tatsächlich persönlich im WSW-Kundenzentrum erschien und dort die restlichen 200-mein-Stromzähler-läuft-jetzt-langsamer-Euro einzahlen wollte.

„Stop“, hieß es dort. Das Aufbrechen von WSW-Plomben und das anschließende Manipulieren des Zählers ist verboten und wird auch gegen Barzahlung von den WSW weder angeboten noch durchgeführt. Die Stadtwerke schickten umgehend einen Techniker. Der fand in besagtem Keller eine aufgebrochene und wieder geflickte Plombe samt eines gedrosselten Zählers vor und stellte alles wieder auf Anfang.

Zu früh gefreut: Einen Tag nach den WSW tauchten die beiden Betrüger wieder im Ex-Spar-Keller auf und wollten die restlichen 200  Euro haben. Weil der Keller-Chef – er soll mittlerweile Anzeige erstattet haben – nicht zugegen war, gab es diesmal kein Geld. Das Duo zog wieder ab, nicht ohne die Plombe des Zählers nochmals zu demolieren. Fazit: Die 200 Euro muss der Mann mit dem Keller jetzt wohl durch reduziertes Einschalten elektrischer Geräte wieder reinholen. Das hätte er sich sparen können.

Leserkommentare (8)


() Registrierte Nutzer