Im November 2008 gab es wieder einen tragischen Zwischenfall in einem Privathaus. Experten raten zu großer Vorsicht.

Sobald es um den Umgang mit Strom geht, ist Vorsicht geboten. Immer wieder werden auch in Wuppertal Menschen durch Stromschläge verletzt oder getötet. Einen tödlichen Zwischenfall gab es zuletzt im November 2008.
Sobald es um den Umgang mit Strom geht, ist Vorsicht geboten. Immer wieder werden auch in Wuppertal Menschen durch Stromschläge verletzt oder getötet. Einen tödlichen Zwischenfall gab es zuletzt im November 2008.

Sobald es um den Umgang mit Strom geht, ist Vorsicht geboten. Immer wieder werden auch in Wuppertal Menschen durch Stromschläge verletzt oder getötet. Einen tödlichen Zwischenfall gab es zuletzt im November 2008.

Sobald es um den Umgang mit Strom geht, ist Vorsicht geboten. Immer wieder werden auch in Wuppertal Menschen durch Stromschläge verletzt oder getötet. Einen tödlichen Zwischenfall gab es zuletzt im November 2008.

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Sobald es um den Umgang mit Strom geht, ist Vorsicht geboten. Immer wieder werden auch in Wuppertal Menschen durch Stromschläge verletzt oder getötet. Einen tödlichen Zwischenfall gab es zuletzt im November 2008.

Wuppertal. Es gibt sie immer wieder - tragische Unglücks- und Todesfälle beim Umgang mit der Hauselektrik: Zuletzt traf es einen Wuppertaler im November vergangenen Jahres. Im Keller eines Privathauses arbeitete der Mann an einer Elektro-Gas-Installation und erlitt dabei einen Stromschlag. Anstatt sofort zum Arzt zu gehen, arbeitete er allerdings weiter - und starb wenig später.

"Fälle dieser Art gibt es leider immer wieder", erklärt Joachim Fritz, bei den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) unter anderem Abteilungsleiter bei der Stromnetz-Ausführung. Das sei umso tragischer, weil sich Unfälle dieser Art vermeiden ließen - durch Vorsicht, Informationen und einen Griff zum Telefon, um im Zweifelsfall besser einen Fachmann zu konsultieren.

Gerade in Altbauten ist Vorsicht geboten

"Wir haben das Gefühl, dass es da draußen nach wie vor viel Unwissen gibt", fügen Rüdiger Marquardt und Ingo Kursawe von der Elektroinnung Wuppertal hinzu. "Jeder Unglücksfall ist einer zuviel." Augenscheinlich sei auch, dass viele Heimwerker sich offenbar genieren, sich mit Fragen auch bei einem der Innungsunternehmen zu melden.

Dabei sei das Thema gerade in Wuppertal mit seinen etwa 50000 Gebäuden hochaktuell: "Man darf nicht vergessen, dass sehr viele Altbauten darunter sind, deren Installationen mit den Jahren immer wieder verändert wurden", betont Marquardt. "Gerade beim Strom wird gerne mal herumgebastelt, ohne dass die Leute mit den Gegebenheiten ihres Hauses vertraut sind. Das kann lebensgefährlich sein."

Grundsätzlich kämen Elektroinstallationen der betreffenden Immobilie schon beim Kauf oder bei der Anmietung als Thema zu kurz: "Darüber machen sich viele Nutzer erst Gedanken, wenn sie schon eingezogen sind und es dafür eigentlich schon zu spät sind", weiß Marquardt aus Erfahrung. Das beginne bei der Stromversorgung und Planung neuer Küchen (Marquardt: "Das sind mittlerweile kleine Kraftwerke") und ende bei fehlenden oder fehlerhaften Schaltern oder Steckdosen. Wichtig sei es, sich beim Vermieter oder Verkäufer vorab über Schwachstellen zu informieren.

"Jeder Unglücksfall ist einer zuviel."

Rüdiger Marquardt, Elektroinnung

Die Elektroinnung Wuppertal informiert auch online über ihre Arbeit und bietet zum Beispiel einen Blick auf aktuelle Notdienstpläne.

Oft seien Gefahrenpunkte und Schwachstellen auf den ersten Blick nicht zu sehen: "Wenn Sie eine Wasserleitung anbohren, dann merken Sie sofort etwas", fügt Axel Fichtner, Netzserviceleiter bei den WSW, hinzu. "Bei einer Stromleitung in der Elektroinstallation ist das nicht immer sofort der Fall." Deshalb sei, auch wenn es dafür keine gesetzliche Verpflichtung gibt, ein sogenannter "E-Check" durch einen Fachbetriebes sinnvoll.

Auf die Checkliste gehört zum Beispiel auch die Überprüfung von Steckdosen, Schaltern und Abdeckungen. Zudem sollten nicht zu viele Geräte an eine Steckdose angeschlossen werden - per Mehrfachstecker. Im Zweifelsfall sollte man sich zudem lieber von alten Elektrogeräten trennen, bevor diese in Eigenregie repariert werden.

Besondere Vorsicht ist in Kellerräumen geboten

Besondere Sicherheitshinweise gibt es auch mit Blick auf Kellerräume: Sie sollten mit so genannten Potenzial-Ausgleichs-Schienen aus Kunststoff ausgestattet sein. Sie verbinden alle metallischen Bauelemente eines Hauses und dienen zur Absicherung bei einem elektrischen Defekt. Sie werden von jeder Fachfirma installiert.

Bei der Verlegung neuer Hausanschlüsse arbeiten auch die WSW mittlerweile mit Kunststoffrohren, die keinen Strom nach außen abgeben. In diesem Fall weisen die WSW schriftlich auch auf die Notwendigkeit des Potenzialausgleichs hin, der im Ernstfall Leben retten kann.

Zudem seien die Kosten für eine Überprüfung hauseigener Leitungen im unteren dreistelligen Euro-Bereich überschaubar und außerdem noch steuerlich absetzbar, fügen Marquardt und Kursawe hinzu. Was Handwerker und Monteure bei ihrer täglichen Arbeit an Privat-Installationen zu sehen bekommen, sei oftmals haarsträubend: "Verwendet wird alles, was in irgendeiner Form Strom leitet. Das kann dann auch schon mal ein Lautsprecherkabel für eine Elektroinstallation sein."

Hinzu kommt, dass es die WSW immer wieder mit zugestellten Hausanschluss-Kästen zu tun bekommen - und dabei wertvolle Zeit bei der Beseitigung von Störungen verlieren.

Im Fall der Fälle - auch bei einem leichten Stromschlag ("Ich hab’ da einen gewischt bekommen") - sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden: Oft zeigen Verletzungen und Störungen des Herz-Kreislauf-Systems erst später ihre fatale Wirkung - es droht zum Beispiel Herzkammer-Flimmern, möglicherweise aber auch eine Vergiftung.

Im gewerblichen Bereich schreibt die Berufsgenossenschaft die ärztliche Beobachtung betroffener Monteure vor. Marquardt: "Und für sie gelten die gleichen physikalischen und biologischen Gesetze wie für jeden anderen Menschen auch."

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